Sacher Hotels Betriebs Gesellschaft m.b.H.

Reisewarnungen sind "Hiobsbotschaft für den Wiener Tourismus"

17. Sept 2020 · Lesedauer 2 min

Nach der Schweiz haben nun auch Deutschland und Belgien Wien auf die Liste der Corona-Risikogebiete gesetzt. Laut der Wirtschaftskammer setze jetzt eine Stornowelle ein.

"Es hagelt Stornierungen und Buchungen für den weiteren Herbst bleiben komplett aus", sagte Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbandes Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), mit Blick auf "die aktuelle Hiobsbotschaft für den Wiener Tourismus".

Am Mittwoch haben Deutschland und Belgien Wien offiziell zum Corona-Risikogebiet erklärt. Das verschärfe die wirtschaftliche Lage in der ohnedies bereits extrem geschwächten Stadthotellerie dramatisch, hieß es Mittwochabend aus der Wirtschaftskammer Österreich. Bereits zu Beginn dieser Woche hätten die strengeren Corona-Vorschriften für Veranstaltungen wie etwa Hochzeiten und die Schweizer Reisewarnung eine Stornowelle ausgelöst.

Die Schweiz hatte Wien wegen der stark steigenden Infektionszahlen bereits vergangenen Freitag auf die Liste der Corona-Risikogebiete gesetzt. Seit Montag gilt dort für Einreisende aus Wien eine Quarantänepflicht.

Auslastung bei unter 10 Prozent

Zuletzt sei noch ein leichter Aufwärtstrend in der Branche erkennbar gewesen, einige Betriebe hätten sogar von einer "passablen Auslastung von 50 bis 60 Prozent im September und Oktober" berichtet. Aufgrund der aktuellen Entwicklung, der Absage von Veranstaltungen, Hochzeiten und Firmenseminaren sowie den Stornierungen der ausländischen Gäste, stehe man nun vor einer Auslastung von "nicht einmal 10 Prozent".

"Damit kann kein Betrieb auch nur annähernd kostendeckend geführt werden", so die Branchensprecherin besorgt. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer seien "einfach nur mehr verzweifelt und überlegen, ihre Betriebe wieder komplett zuzusperren", umriss Kraus-Winkler die Stimmung in der Branche.

Sacher-Chef: "Werden heuer vielleicht 30 Prozent unseres Umsatzes machen"

Es sei nun besonders wichtig, weitere Hilfsmaßnahmen für durch die Coronakrise so stark getroffene Hotellerie, insbesondere die Stadthotellerie, auf den Weg zu bringen, betonte Kraus-Winkler. Konkret müsse der Fixkostenzuschuss Phase 2 rasch von der Europäischen Kommission freigegeben werden und die Umsatzsteuersenkung müsse "zumindest bis Mitte 2021" verlängert werden, bis die Betriebe auch wieder Umsätze erwirtschaften könnten. Weiters wäre nun das Kreditmoratorium zügig umzusetzen.

An die Wiener Stadtregierung richtete die Branchenvertreterin für Österreichs Hotellerie den dringenden Appell, "Versäumnisse bei der Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus in Wien schnellstens aufzuholen und die richtigen Maßnahmen zu setzen", um die Fallzahlen in den Griff zu bekommen. "Der Tourismus in Wien kann es sich nicht leisten, dass das Image von Wien einen noch größeren Schaden erleidet."

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe