APA - Austria Presse Agentur

Deutschland erteilt mehr als 5.600 Visa für Afghanistan

29. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

Seit der Machtübernahme der Taliban in Kabul im Sommer haben deutsche Auslandsvertretungen in der Region mehr als 5.600 Visa für Ortskräfte sowie besonders gefährdete Menschen aus Afghanistan ausgestellt.

Diese Zahl werde weiter steigen, da die Visavergabe derzeit "am laufenden Band" erfolge, hieß es am Mittwoch aus dem Auswärtigen Amt. Der Großteil der Anträge werde von der deutschen Botschaft in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bearbeitet."

Da die Einreise für afghanische Staatsangehörige nach Usbekistan und Indien aktuell nicht möglich ist, obliegt es derzeit vor allem der Botschaft in Islamabad, einen Großteil der Visaanträge von afghanischen Staatsangehörigen zu bearbeiten", hieß es aus dem Außenministerium. Aber auch andere deutsche Auslandsvertretungen in der Region wie etwa in Taschkent, Neu-Delhi, Teheran, Doha, Ankara oder Istanbul seien in der Angelegenheit aktiv gewesen. Die diplomatischen Standorte in Pakistan, Usbekistan und Indien seien "voll arbeitsfähig", so das Auswärtige Amt.

Afghanistan: Frauenrechte weiter eingeschränkt

Rund 3.700 Dokumente seien laut Kathpress in Islamabad erledigt worden. Die Botschaften in Islamabad und im indischen Neu-Delhi hätten zudem etwa 1.100 Visa im Bereich Familiennachzug erteilt. Als besonders schutzbedürftig gelten etwa Menschenrechtsverteidiger, aber auch ehemalige afghanische Ortskräfte der Bundeswehr, des Auswärtigen Amts oder des Entwicklungsministeriums.

Taliban nach 20 Jahren Kampf an der Macht

Die Taliban hatten im August nach 20 Jahren Kampf gegen die von den USA und NATO-Truppen gestützte Regierung die Macht in Afghanistan übernommen. Beim hastigen Rückzug der Bundeswehr und anderer deutscher Institutionen waren tausende einheimische Hilfskräfte in dem Land zurückgelassen worden. Die Bundesregierung bemüht sich um ihre Ausreise, da viele von ihnen Racheakte der Taliban befürchten.

Quelle: Agenturen / koa