APA/MARTIN HÖRMANDINGER

Corona-Sonderweg in Wien: Weiter FFP2-Masken in Öffis

24. Mai 2022 · Lesedauer 3 min

Die FFP2-Maskenpflicht wird in Wien unter anderem in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in Apotheken und bei Ärzten und in Spitälern weiterbestehen, wie Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Dienstagabend mitteilte.

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) verkündete am Dienstag das Ende der Maskenpflicht in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Stadt Wien - von der Neuigkeit nach PULS 24 Infos überrumpelt - berief daraufhin den Corona-Krisenstab ein und verkündete am Dienstagabend Sonderregeln für die Hauptstadt. 

"Die Gesundheit der Wiener Bevölkerung war mir als Wiener Bürgermeister immer das wichtigste", begann Ludwig sein Statement. "Es ist ganz klar, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist", argumentierte er den Sonderweg, den die Hauptstadt erneut einschlägt. Es sie nicht klar, wann neue Mutationen zu einer weiteren Welle führen würden. Masken seien ein "gelinderes Mittel", um hier zu schützen. Ludwig sprach von einer "Ergänzung" der Maßnahme des Bundes - die von der Wiener Bevölkerung bisher stets mitgetragen worden seien, wie er versicherte.

FFP2-Maskenpflicht besteht weiter: 

  • in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • in Apotheken
  • in Ordinationen von niedergelassenen Ärzten
  • in Spitälern für Ärzte mit Patientenkontakt
  • für Spitalsbesucher

Der Stadtchef verwies dabei darauf, dass es sich hierbei um besonders vulnerable Settings handle. Er nehme die Entscheidung der Bundesregierung zur Kenntnis, wolle aber den konsequenten Wiener Weg fortsetzen, betonte der Bürgermeister: "Wir waren während der gesamten Coronakrise immer auf der sicheren Seite in Wien." Dies habe auch Erfolge erzielt, hob er hervor. Es sei etwa gelungen, während der Delta-Welle die Zahl der Erkrankungsfälle niedriger zu halten.

Der Bürgermeister forderte die Bundesregierung zudem auf, zeitgerecht mit Impfkampagnen für den Herbst zu beginnen. Das Wiener Testregime - mit der PCR-Aktion "Alles gurgelt" - soll weiter aufrecht erhalten bleiben, wie er betonte. Da es nun in geringerem Ausmaß in Anspruch genommen werde, sei es jedoch schwieriger geworden, Mutationen zu erkennen.

In den Schulen geht Wien keinen Sonderweg, wie Ludwig sagte. In den Bildungseinrichtungen fallen die verpflichtenden PCR-Tests ab Juni auch in der Bundeshauptstadt weg.

Kritik vom pinken Koalitionspartner

Den Koalitionspartner überzeugte er damit nicht: Die NEOS halten die Einschränkungen für unverhältnismäßig. Einschränkungen der persönlichen Freiheit seien im demokratischen Rechtsstaat immer problematisch und nur im absoluten Ausnahmefall anzuwenden, erklärte Klubobfrau Bettina Emmerling in einer Aussendung. Die epidemiologische Lage erlaube es derzeit, weitestgehend auf einschränkende Maßnahmen zu verzichten, belegten aktuelle Daten über das Infektionsgeschehen und die Spitalsbelegung. Man sei mit Ludwigs Entscheidung nicht einverstanden, diese liege direkt in seiner Kompetenz.

FPÖ: Ludwig und Hacker "wahnsinnig"

Die FPÖ konnte damit wenig überraschend nicht mit und nannte Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) gar "wahnsinnig". Mit Maske werde die tägliche Fahrt in die Arbeit und zurück zum unfreiwilligen Saunagang in Berufsbekleidung, meinte Landesparteichef Dominik Nepp in einer Aussendung.

Quelle: Redaktion / lam