APA - Austria Presse Agentur

Corona-Ampel: Wien, Innsbruck und 5 weitere Orte werden orange

14. Sept 2020 · Lesedauer 3 min

Die Corona-Kommission ist am Montagabend außerordentlich zusammengetreten. Insgesamt werden sieben Orte in Österreich, darunter Wien und Innsbruck, orange geschalten.

Die Corona-Kommission hat sich am Montagabend abgestimmt. Wien und Innsbruck werden orange sowie in Tirol auch Kufstein. In Niederösterreich werden Mödling und Neunkirchen orange eingefärbt.

In Vorarlberg werden Bludenz und Dornbirn orange, Bregenz und Feldkirch gelb geschaltet. Innsbruck Land, Landeck sowie Schwaz sollen gelb geschalten werden. Oberösterreich wird gelb - mit der Ausnahme von Braunau, Ried und Schärding, die grün bleiben. Graz, Deutschlandsberg und der Bezirk Graz Umgebung werden gelb. Salzburg, das Burgenland und Kärnten bleiben grün.

Die neuen Ampelschaltungen sollen ab Mittwoch greifen. 

Was die Orange-Schaltung bedeutet

Die Orange-Schaltung könnte größeren Einfluss auf Veranstaltungen haben. Bei Events mit zugewiesenen Sitzplätzen in geschlossenen Räumen wären zumindest laut den Plänen bei der Präsentation der Ampel maximal 250 Personen erlaubt (im Freien: 500), ohne zugewiesene Sitzplätze 25 (50). Besucher müssten Mund-Nasen-Schutz tragen - auch am Fixplatz und bei Open Airs.

Größere Auswirkungen könnte die Orange-Färbung auch an Schulen haben, wo nicht nur der Musik-Unterricht fallen dürfte sondern in Oberstufen-Klassen von den Schulen auch Homeschooling verordnet werden könnte.

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) sagte in der "ZiB2" aber, dass nach ersten Informationen an den Schulen und bei Veranstaltungen keine Veränderungen an der Vorgangsweise vorgenommen würden.

Hacker mit Orange-Färbung von Wien einverstanden

Peter Hacker zeigte sich in einer ersten Reaktion mit der Orange-Färbung von Wien einverstanden. Vom Anstieg der Infektionszahlen zeigte er sich nicht überrascht: "Jetzt beginn die Epidemie wieder ernst zu werden." Dass die Tests schneller werden müssen, sieht auch Hacker so: "Ich möchte nicht sagen, alles ist super, weil es nicht stimmt." Man arbeite aber schon an Verbesserungen, versprach Hacker.

Bundeskanzleramt drängte wohl auf Orange-Schaltung von Wien

Vor der Sitzung der Corona-Ampel-Kommission soll das Bundeskanzleramt, mit Unterstützung des Innenministeriums, auf eine  Ampelschaltung gedrängt haben. Das berichten Insider gegenüber PULS 24. Hintergrund sind die weiterhin steigenden Corona-Neuinfektionszahlen. Seit der letzten Ampelschaltung am vergangenen Freitag wurden am selben Tag 580 Corona-Neuinfektionen und am Samstag sogar 869 gemeldet.

Am Wochenende hatte Kommissionsleiter Ulrich Herzog angekündigt, man werde sich nun auch die Städtemodelle genauer ansehen. Der Berufs- und der Bildungsverkehr müsse in das Ampel-System miteinbezogen werden. In einem "ZiB2"-Interview sagte er zudem, dass nicht anzunehmen sei, dass ganz Österreich kommende Woche Orange sei, jedoch habe es in der Kommission eine "intensive Diskussion" darüber gegeben habe, ob es sinnvoll sei, ganz Österreich auf Gelb zu stellen.

Zuletzt trat die Kommission an den zwei Donnerstagnachmittagen der beiden Vorwochen zusammen, analysierte die Daten der SARS-CoV-2-Verbreitung in Österreich von jeweils Mittwoch null Uhr bis Dienstag 24.00 Uhr und gab entsprechend Empfehlungen ab. Diese wurden am Freitagvormittag öffentlich präsentiert.

Willi rechnete mit Orange für Innsbruck

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi hatte offenbar schon vor der Entscheidung mit einer Orange-Schaltung seiner Stadt als Ergebnis der Sondersitzung der Corona-Kommission gerechnet. Die "Zeichen stehen auf Orange", sagte Willi der ORF-Sendung "Tirol Heute" sowie der "Kleinen Zeitung".

Der Bürgermeister erwartete sich jedenfalls im Falle einer Orange-Schaltung - "damit sich die Leute auskennen" - "klare und konkrete Anweisungen", welche zusätzlichen Maßnahmen damit einhergehen würden. 

Der Artikel wurde am 14.09.2020 um 20 Uhr um das Statement von Georg Willi ergänzt und um kurz vor 22 Uhr - nach der Sitzung der Corona-Kommission - aktualisiert.

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb