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COP26: Klimaallianz fordert striktere Pläne

19. Okt. 2021 · Lesedauer 3 min

Rund eine Woche vor der COP26 in Glasgow hat die Allianz für Klimagerechtigkeit - eine Plattform von 26 NGOs - ihre Forderung an die Verhandler der Klimakonferenz und an die österreichische Bundesregierung präsentiert.

Die derzeitigen Klimapläne würden nicht reichen, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken und müssten deutlich nachgebessert werden. "Es ist Zeit, von einem gemütlichen Flanieren zu einem Sprint überzugehen", sagte Johannes Wahlmüller von Global 2000.

Nach dem Stand der Wissenschaft würde mit den von den Ländern vorgelegten Klimaplänen eine Reduktion von 1,5 Grad - wie es das Klimaabkommen von Paris vorsieht - nicht erreicht werden. Statt einer CO2-Reduktion von 50 Prozent bis 2030 würde der Wert in diesem Zeitraum um 16 Prozent steigen. Damit würde nicht einmal eine Erwärmung von zwei Grad eingehalten werden können. "Wir steuern auf drei Grad zu", so der Global 2000-Klimasprecher am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Österreich soll Vorbild werden

Wahlmüller zufolge ist es aber noch möglich, den Temperaturanstieg einzudämmen. "Das Wichtigste bei der Klimakonferenz in Glasgow ist, den Startschuss für die Aufholjagd zu geben. Österreichs Bundesregierung ist wiederum aufgefordert, unser Land zum weltweiten Vorbild beim Klimaschutz zu machen", so der Klima-Sprecher. Dafür wären als nächste Schritte ein wirksames Klimaschutzgesetz, der gesetzlich verbindliche Ausstieg aus klimaschädlichen Öl- und Gasheizungen sowie eine zukunftsorientierte Mobilitätspolitik nötig. Von Europa forderte die Allianz, das Klimaziel nachzubessern: Anstatt 55 Prozent sollen bis 2030 65 Prozent CO2 eingespart werden.

In Glasgow sollten der Allianz zufolge auch neue Wege gefunden werden, wie den Ländern des globalen Südens finanziell besser geholfen werden kann. Diese Staaten sind von den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen, haben aber selbst zu den steigenden CO2-Emissionen nur wenig beigetragen. "Die dafür zugesicherte jährliche Unterstützung von 100 Milliarden US-Dollar durch die Industriestaaten wurde nicht erfüllt.

Für die notwendige Anpassung an die Folgen der Erderhitzung wird ein viel zu kleiner Teil der Mittel eingesetzt und lokale Organisationen haben kaum Zugang zu dieser Unterstützung. Die Staatengemeinschaft muss die Lücken in der Klimafinanzierung dringend schließen und sich auf ein neues und ausreichendes finanzielles Unterstützungsziel ab 2025 einigen", so Martin Krenn, Referent für Klimapolitik der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz.

Afrika besonders betroffen

Wie stark etwa der Südens Afrikas von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist, berichtete die CARE-Helferin Chikondi Chabvuta aus Zimbabwe. "Ich sehe hier in Zimbabwe, Malawi und in anderen Ländern des südlichen Afrika die deutlichen Spuren der Zerstörung, die der Klimawandel anrichtet", so Chabvuta. Knappe Wasserressourcen, eine schnellere Verkarstung der Böden, Dürren, aber vor allem unkalkulierbare Wetterzyklen erschweren den Kleinbäuerinnen und Bauern zudem den Kampf ums Überleben. "Viele wissen nicht, wie sie Essen für ihre Familien auf den Tisch stellen sollen." Auch Konflikte um Ressourcen wie Wasser, Land und Holz würden zunehmen.

Quelle: Agenturen / koa