APA/EXPA/JOHANN GRODER

ÖVP-Walser kritisiert Lockdown-Ankündigung des Kanzlers

12. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Der schwarze Tiroler Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser wartet mit scharfer Kritik an der Ankündigung eines Lockdowns für Ungeimpfte durch die türkis-grüne Bundesregierung auf.

Das spaltet die Gesellschaft noch viel mehr", sagte Walser im APA-Gespräch. Aussagen von Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) wie jene über "ungemütliche" Weihnachten für Ungeimpfte seien der "falsche Ton". "Die angekündigte Maßnahme verärgert die Menschen noch viel mehr. Und sie motiviert nicht zur Impfung", meinte Walser.

"Vollkommen unpraktikabel"

Außerdem sei der Lockdown für Ungeimpfte "vollkommen unpraktikabel" und nicht zu kontrollieren. Man könne doch nicht glauben, dass es möglich sein werde, vor jedem Geschäft den Impfnachweis zu kontrollieren. Zudem gelte ja auch schon jetzt in den meisten Bereichen die 2G-Regel, so der Wirtschaftskammerpräsident. Scharf wandte sich Walser auch gegen einen mitunter im Raum stehenden, aber von der Regierung bisher abgelehnten, generellen Lockdown auch für Geimpfte: Dies wäre eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Katastrophe: "Dann sind wir wirtschaftlich kaputt".

Walser schlug stattdessen ein dreiwöchiges Durchtesten der gesamten Bevölkerung vor, um die positiven Fälle herauszufiltern. Jene müssten sich dann in Quarantäne begeben. Es sei schließlich Tatsache, dass es derzeit auch "unzählige positive Fälle unter Geimpften" gebe. Walser betonte aber, dass die Impfung klarerweise vor schweren Verläufen schütze. Hätte man eine Impfquote von 80, 90 oder gar 100 Prozent, wäre "das Thema erledigt, keine Frage".

Durch eine Lockdown-Ankündigung wie jene für Ungeimpfte würde "der Hass noch größer". Gesellschaftspolitisch wäre ein noch weiteres Auseinanderdriften die Folge. Bereits jetzt seien vielerorts in Sachen Corona in der Bevölkerung keine vernünftigen Diskussionen mehr möglich.

Quelle: Agenturen / koa