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China lockert Corona-Auflagen weiter

03. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

In China werden trotz hoher Neuinfektionszahlen immer mehr Corona-Auflagen gelockert. In der Hauptstadt Peking wurden am Samstag Teststationen geschlossen und abgebaut. Für den Gang in den Supermarkt ist kein negativer Test mehr nötig, ab Montag darf auch die U-Bahn ohne einen solchen Nachweis wieder genutzt werden. Zum Betreten von Büros und anderer Gebäude muss aber nach wie vor vorgelegt werden, dass keine Corona-Infektion vorliegt.

An den verbliebenen Teststationen bildeten sich daher weiter lange Schlangen. Auch in Shenzhen darf der öffentliche Nahverkehr wieder ohne Corona-Test genutzt werden, der Zugang zu Parks ist ebenfalls ohne Auflagen möglich. Die Städte Chengdu und Tianjin hatten dies bereits angekündigt.

Am vergangenen Wochenende hatte es in vielen Städten Chinas Proteste gegen die strenge Auslegung der Null-Covid-Politik von Präsident Xi Jinping gegeben. Diese stützt sich insbesondere auf vergleichsweise lange, strenge Lockdowns. Das bremst die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt allerdings aus, das für dieses Jahr erwartete Wachstum dürfte eines der schwächsten seit fast einem halben Jahrhundert sein. Die Menschen sind immer weniger willens, sich den Maßnahmen zu beugen. Die jüngste Welle des zivilen Ungehorsams war beispiellos.

In chinesischen sozialen Medien machte ein Video die Runde, in dem zu sehen ist, wie Arbeiter in Peking eine Teststation mittels eines Krans auf einen Lastwagen hieven. "Das hätte schon viel früher passieren sollen", hieß es in einem Kommentar. "In die Geschichte verbannt", schrieb ein anderer Nutzer. Reuters konnte die Echtheit des Videos nicht verifizieren.

Insidern zufolge bereitet China weiterreichende Lockerungen vor. So sollen sich positiv auf Corona getestete Menschen unter bestimmten Voraussetzungen zu Hause isolieren dürfen. Laut Analysten handelt es sich dabei aber nicht um eine grundlegende Änderung der Corona-Politik. Eine Abkehr der Null-Covid-Strategie sei nicht vor März zu erwarten. Eine der Voraussetzungen sei ein Erfolg der kürzlich intensivierten Impfkampagne bei Älteren. "Es geht viel mehr darum, zu optimieren und Kosten zu sparen", heißt es in einer Einschätzung des Wirtschaftsforschungsunternehmens Capital Economics. "Das Ziel ist immer noch, die Zahl der Fälle nahe Null zu bringen."

Am Samstag meldete China 32.827 lokal übertragene Neuinfektionen, knapp 2.000 weniger als am Tag zuvor. Die höchste Zahl an Neuinfektion binnen Jahresfrist seit Ausbruch der Pandemie lag erst von einigen Tagen bei über 40.000.

Quelle: Agenturen