APA - Austria Presse Agentur

China feiert Freilassung von Huawei-Finanzchefin

27. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Nach fast drei Jahren im kanadischen Arrest kehrte Meng Wanzhou, Finanzchefin von Huawei, am Samstag in ihre Heimat zurück. China feierte ihre Rückkehr als diplomatischen Sieg und Beweis nationaler Stärke.

Ausgehend von den Vorbereitungen konnte man annehmen, dass am Samstagabend ein ausländischer Staatschef oder Star am Flughafen Shenzhen landen würde. Der rote Teppich wurde ausgerollt und das Staatsfernsehen berichtete live. Der Stargast des Abends war aber kein Prominenter sondern Meng Wanzhou. Die Finanzchefin des Telekommunikationsunternehmens Huawei, die nach fast drei Jahren im kanadischen Arrest nach China zurückkehrte. 

In einer kurzen Rede dankte Wanzhou Staats- und Parteichef Xi Jinping: "Der Vorsitzende Xi sorgt sich um die Sicherheit jedes chinesischen Staatsbürgers und er hat auch meine Situation in seinem Herzen getragen. Das berührt mich zutiefst". Während der "mehr als tausendtägigen Tortur" in Kanada habe es "keinen Moment gegeben, an dem ich nicht die Fürsorge und die Wärme der Partei, des Vaterlands und des chinesischen Volkes gespürt habe", sagte die Managerin.

Vorwurf des Betrugs fallen gelassen

Die unerwarteten Freilassung der 49 Jahre alten Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei war ein Deal mit der US-Justiz vorausgegangen. Deshalb erklärten sich die Vereinigten Staaten dazu bereit, ihr Auslieferungsgesuch an Kanada gegen sie zurückzuziehen. Im Gegenzug bestätigte die Managerin schriftlich, dass sie der HSBC-Bank bewusst falsche Informationen über ein von Huawei kontrolliertes Unternehmen gegeben habe.

Die Huawei-Finanzchefin war im Dezember 2018 auf Betreiben der US-Behörden im kanadischen Vancouver festgenommen worden. Die US-Regierung wirft ihr unter anderem Bankbetrug vor, weil ihre falschen Angaben dazu geführt hätten, dass die HSBC unwissentlich gegen Iran-Sanktionen verstoßen habe. Meng wehrt sich in dem langwierigen Verfahren gegen die Auslieferung in die USA. 

In Peking wurde das Verfahren als Teil des Handelskrieges des damaligen US-Präsidenten Donald Trump mit China bezeichnet. Der Fall hat Auswirkungen auf internationale Beziehungen über Huawei hinaus. Kurz nachdem Meng festgesetzt worden war, nahm China zwei kanadische Geschäftsleute fest. Im August wurde einer von ihnen der Spionage und Beschaffung von Staatsgeheimnissen schuldig gesprochen und zu elf Jahren Haft verurteilt. Kanada verurteilte die Haftstrafe.

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb