Landau: "Pandemie hat Probleme sichtbar gemacht"

23. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

Caritas-Präsident Michael Landau betont im Newsroom LIVE, dass die Pandemie "die Armut ein Stück weiter in die Gesellschaft gerückt" habe. Die Impfung sei für ihn ein "Akt der Solidarität" und für 2022 wünscht er sich Zusammenhalt und Zuversicht.

Caritas-Präsident Michael Landau meint, dass für viele Menschen während der Corona-Pandemie aus der Gesundheits- und Wirtschaftskrise auch eine soziale Krise wurde: "Die Pandemie hat Nöte, die es schon gegeben hat, verstärkt, aber auch sichtbar gemacht." Der Caritas-Präsident spielt dabei unter anderem auf das Thema Einsamkeit an.

Etwas Gutes kann er der Pandemie deshalb aber nicht abgewinnen. Sein Team und er haben beobachtet, wie "Armut ein Stück weiter in die Gesellschaft gerückt" sei. Es müssen nun einige Dinge dringend angegangen werden, meint Landau und nennt unter anderem eine gründliche Reform der Sozialhilfe, eine Personaloffensive im Pflegebereich sowie das Thema steigenden Heizkosten.

Landau über Regierung: Einige Dinge gut gelungen

Während der Pandemie habe die Politik durchaus auch einige positive Dinge auf den Weg gebracht, so der Caritas-Präsident, der unter anderem Kurzarbeit und Einmalzahlungen als Beispiel anführt. Einen Scherz kann er sich, ob der häufigen Regierungswechsel dennoch nicht verkneifen: "Wenn die Bundesregierung sich häufiger neu aufstellt als das Virus mutiert, ist das insgesamt eine Herausforderung für die Gesellschaft."

Landau fügt jedoch an, dass er unter Bundeskanzler Karl Nehammer einen "neuen Stil" beobachtet. Kontakt hätte es schon gegeben und von der Caritas werde es "jede Bereitschaft ins Gespräch zu kommen" geben.

Impfung: "Akt der Solidarität"

Zum Thema Impflicht, meint Landau: " Die eigene Freiheit endet dort, wo sie die Freiheit anderer Menschen einschränkt". Er sieht die Impfung als einen "Akt der Solidarität". Dass Menschen ihre Meinungen äußeren können, zeige, "dass wir in einer gefestigten und reifen Demokratie leben." Es müsse jedoch Stoppschilder geben. Und zwar "dort wo Polizistinnen und Polizisten bespuckt werden, wo Pflegekräfte angegriffen werden oder Krankenhauszufahrten blockiert werden."

Für das kommende Jahr wünscht sich Michael Landau "Zusammenhalt und Zuversicht." So soll der Weg aus der Pandemie gemeinsam gelingen und die Wende zum Positiven geschafft werden.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion / mpa