APA - Austria Presse Agentur

Bulgariens Ministerpräsident kritisiert Einreise-Lockerung

04. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow hat die Lockerung der Einreisebestimmungen in Österreich und Deutschland für Pflegekräfte und Saisonarbeiter kritisiert. "Es ist nicht der Zeitpunkt dafür", erklärte Borissow am Samstag in Sofia. Er befürchtet, dass sich Pflegerinnen und Pfleger in Österreich mit dem Coronavirus infizieren könnten.

Der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow hat die Lockerung der Einreisebestimmungen in Österreich und Deutschland für Pflegekräfte und Saisonarbeiter kritisiert. "Es ist nicht der Zeitpunkt dafür", erklärte Borissow am Samstag in Sofia. Er befürchtet, dass sich Pflegerinnen und Pfleger in Österreich mit dem Coronavirus infizieren könnten.

"Für mich ist es unfair, dass Pflegekräfte jetzt nach Österreich gehen, denn nach Ablauf ihrer Verträge werden sie nach Bulgarien zurückkehren, womöglich infiziert. Dann müssen sie in Quarantäne, und dafür müssen wir alle zahlen", so der Regierungschef.

Diese Woche ließ Niederösterreich 250 Pflegekräfte aus Bulgarien und Rumänien einfliegen, um in der Coronavirus-Krise einem Mangel bei den 24-Stunden-Betreuern vorzubauen. Sie sollen nach einer 14-tägigen Quarantäne bis zu sechs Wochen lang tätig sein. Im Laufe der Woche kündigte auch Deutschland an, die begrenzte Einreise von Erntehelfern zu ermöglichen.

Borissow gab ferner bekannt, dass die seit Ausbruch der Coronavirus-Krise in Bulgarien hergestellten Schutzkleidung und Nasen-Mundschutzmasken von der EU binnen nur drei Tagen zertifiziert worden seien. "Nun dürfen wir den zahlreichen Anfragen unserer Partner in der EU, einschließlich Österreichs, nachkommen und Schutzkleidung und Masken liefern", sagte Borissow.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) habe bereits letzte Woche eine Lieferung beantragt. Die Umstellung in einigen bulgarischen Nähfabriken habe gezeigt, dass man auch in Krisenzeiten eine sehr hohe Qualität gewährleisten kann. "Unsere Produkte können bis zu 50 Mal getragen werden", betonte der Regierungschef. Ihm zufolge warte Bulgarien nun auch auf die Zulassung von Schutzbrillen und Beatmungsgeräten, die an zwei Standorten in Bulgarien hergestellt werden, in der EU.

Quelle: Agenturen