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Britischer Wirtschaftsminister retuschiert Boris Johnson aus Foto

10. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

In der Nacht auf Dienstag scheiterte Großbritannien dabei, erstmals eine Rakete von eigenem Boden aus in die Erdumlaufbahn zu bringen. Der britische Wirtschaftsminister Grant Shapps sorgte mit einem Bild trotzdem dafür, dass man über die Mission sprach.

Im Vorfeld des Raketenstarts twitterte Shapps ein Bild von sich zusammen mit Dan Hart, dem Geschäftsführer des Raumfahrtunternehmens "Virgin Orbit" und Ian Annett von der britischen Raumfahrtbehörde. In dem Posting freute sich der Wirtschaftsminister darüber, dass die britische Regierung daran beteiligt sei, erstmals einen Satelliten "von europäischem Boden aus" zu starten.

Nutzer in sozialen Medien wiesen sofort darauf hin, dass Johnson offenbar aus dem Bild gelöscht worden war. Auf dem offiziellen Flickr-Konto des Premierministers und dem Twitter-Account von "Virgin Orbit" wurde nämlich ein fast identisches Bild hochgeladen - mit einem kleinen Unterschied: Dort steht zwischen Hart und Shapps noch Ex-Premierminister Boris Johnson.

Nachdem die Bildbearbeitung entdeckt wurde, löschte Shapps das Bild. Die Spuren der Bearbeitung sind im direkten Vergleich deutlich sichtbar. Nicht nur ist das Logo auf der Rakete weniger klar zu sehen, auch die untere Kante der Rakete ist verschwommen.

Aus dem Umfeld von Shapps hieß es gegenüber britischen Medien: "Grant war sich nicht bewusst, dass jemand das Bild bearbeitet hatte. Er hat es sofort entfernt, als er darauf hingewiesen wurde. Natürlich würde er es nicht gutheißen, wenn jemand die Geschichte umschreibt, indem er den ehemaligen Premierminister aus einem Bild entfernt. Er war stolz darauf, in der Regierung von Boris zu dienen".

Ein Sprecher der Downing Street gab an, dass man das von Shapps getwitterte Foto nicht gesehen habe.

Rakete erreichte Erdumlaufbahn nicht

Großbritannien wollte mit der Mission in den exklusiven Club der Raumfhartnationen aufsteigen. Dieses Vorhaben ist nun vorerst gescheitert. Als Grund für das Scheitern nannte das private Raumfahrtunternehmen "eine Anomalie (...), die uns daran gehindert hat, die Umlaufbahn zu erreichen".

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Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz