APA - Austria Presse Agentur

Blutige Proteste: EU legt Entwicklungshilfe für Myanmar auf Eis

04. März 2021 · Lesedauer 2 min

Nach der eskalierenden Gewalt gegen Demonstranten in Myanmar setzt die Europäische Union ihre Entwicklungshilfe für das südostasiatische Land aus.

Durch das Einfrieren der Entwicklungshilfen will die EU verhindern, dass dem Land nach dem jüngsten Militärputsch finanzielle Unterstützung zukomme, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Die Hilfen sollen normalerweise u.a. Schulen und die ländlichen Entwicklung fördern. Über mehrere Jahre gesehen haben sie ein Volumen mehrerer Hundert Millionen Euro.

Bisher mindestens 54 Tote bei Protesten

Nach dem bisher blutigsten Tag der friedlichen Proteste gegen den Militärputsch in Myanmar sind am Donnerstag erneut zahlreiche Menschen in vielen Landesteilen gegen die Junta auf die Straßen gegangen. Die Polizei eröffnete Augenzeugen zufolge auch diesmal in verschiedenen Orten das Feuer und setzte Tränengas ein. Berichte über neue Todesopfer lagen aber nicht vor. Laut UNO tötete die Staatsmacht seit dem Putsch mindestens 54 Menschen.

"Uns ist klar, dass wir jederzeit mit scharfer Munition erschossen werden können. Aber es hat auch keinen Sinn, unter der Junta am Leben zu bleiben, deshalb wählen wir diesen gefährlichen Weg, um dem zu entkommen," sagte der Aktivist Maung Saungkha der Nachrichtenagentur Reuters. 

28 Tote Demonstranten allein am Mittwoch

Ein Handelsvertreter in Genf sagte, die EU habe die Welthandelsorganisation (WTO) darüber informiert, dass sämtliche Entwicklungszusammenarbeit, die das Militär unterstützen würde, auf Eis gelegt worden sei. Das Militär hatte Anfang Februar die zivile Regierung gestürzt. Seitdem kommt es zu Massenprotesten, gegen die die Sicherheitskräfte zuletzt immer härter vorgingen. Allein am Mittwoch wurden nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 38 Menschen getötet.
 

Quelle: Agenturen / lam