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Biden verurteilt Trumps Untätigkeit bei "Hölle" im Kapitol

26. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

US-Präsident Joe Biden hat seinen Vorgänger Donald Trump wegen seines stundenlangen "Zusehens" bei der Kapitol-Attacke heftig angegriffen.

"Während er das tat, wurden mutige Polizeibeamte drei Stunden lang der mittelalterlichen Hölle ausgesetzt, triefend vor Blut, umgeben von einem Gemetzel, von Angesicht zu Angesicht mit einem verrückten Mob, der die Lügen des besiegten Präsidenten glaubte", so Biden am Montag (Ortszeit) in einer Videorede vor Strafverfolgungsbeamten.

Trump saß tatenlos herum

"Drei Stunden lang sah der besiegte ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten zu, wie all dies geschah, während er bequem im privaten Esszimmer neben dem Oval Office saß", schilderte der demokratische Politiker die jüngsten Erkenntnisse zum Verhalten Trumps am 6. Jänner 2021.

In der vergangenen Woche hatte die vorerst letzte Anhörung des Untersuchungsausschusses zum Sturm auf das US-Kapitol gezeigt, dass Trump die Ereignisse im und rund um das Kapitol an diesem Tag im Fernsehen verfolgte. Erst 187 Minuten nach seiner aufwiegelnden Rede hatte er seine Anhänger in einer Videobotschaft aufgefordert, nach Hause zu gehen.

Angesprochen auf die Äußerungen Bidens betonte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, dass Trump für die Ereignisse an diesem Tag Verantwortung trage. "Der ehemalige Präsident musste eine Wahl treffen. Die Wahl lautete: Stehen Sie auf der Seite unserer Strafverfolgungsbehörden oder auf der Seite des Mobs?", sagte sie. Biden selbst schrieb auf Twitter mit Blick auf Trump und seine Anhänger: "Man kann entweder Pro-Polizei oder Pro-Aufstand sein."

Trump hält Rede in Washington

Der frühere US-Präsident Donald Trump kehrt am Dienstag erstmals seit Ende seiner Amtszeit für einen politischen Auftritt nach Washington zurück. "Er wird eine politische Rede halten", sagte Marc Lotter, Sprecher der konservativen Denkfabrik America First Policy Institute, dem Nachrichtensender CNN. Dabei wolle Trump eher in die Zukunft als in die Vergangenheit blicken.

Der 76 Jahre alte Trump lässt immer deutlicher erkennen, dass er bei der Wahl im Jahr 2024 das Amt des Präsidenten zurückgewinnen möchte. Er hat innerhalb der Republikaner weiterhin eine starke Anhängerschaft. Allerdings will laut Umfragen knapp die Hälfte der Parteimitglieder lieber einen anderen Republikaner anstelle von Trump ins Rennen schicken. Dem Gouverneur von Florida Ron DeSantis werden Chancen eingeräumt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp