APA - Austria Presse Agentur

Behindertenrats-Präsident Pichler in Wien tödlich verunglückt

03. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Herbert Pichler, der Präsident des Österreichischen Behindertenrates, ist in der Nacht auf Samstag - im 57. Lebensjahr - tödlich verunglückt. Ein unter Drogeneinfluss stehender Autofahrer ohne Führerschein soll ihn am Samstagmorgen gerammt haben, als er gerade aus einem Auto aussteigen wollte.

"Geschockt und zutiefst traurig" war der Obmann des Behindertenberatungszentrums BIZEPS, Martin Ladstätter. Er berichtete in einer Aussendung Details zu dem Unfall in Wien-Donaustadt: Pichler wurde laut Polizei in den Morgenstunden beim Aussteigen aus seinem Pkw vom Auto eines 33-jährigen Lenkers erfasst und so schwer verletzt, dass er am Unfallort starb. Der 33-Jährige hatte laut ersten Ermittlungen keinen Führerschein und stand unter Drogeneinfluss. "Wir haben auf tragische Weise einen Freund verloren", stellte Ladstätter fest.

Mit Pichler verliere man "viel zu früh einen Gewerkschafter, der sich mit unermüdlichem Einsatz für Menschen mit Behinderung stark machte", kondolierte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian. 

Pichler setzte sich als Leiter des - von ihm mit aufgebauten - Chancen Nutzen Büros im ÖGB für die Inklusion von Menschen mit Behinderung, chronisch und/oder psychisch kranker Menschen am Arbeitsmarkt ein. "Sein Engagement und die Freude, die er hatte, wenn er Menschen weiterhelfen konnte, werden wir nicht vergessen", betonte Katzian. Auch als Präsident des Österreichischen Behindertenrates bemühte sich Pichler - seit 2017 - intensiv um die Inklusion, vor allem auch in der Schule.

Van der Bellen: Pichler wird fehlen 

Bundespräsident Alexander Van der Bellen kondolierte: "Ich bin sehr betroffen über das tragische Ableben von Behindertenratspräsident Herbert Pichler bei einem schrecklichen Unfall. Mit ihm verliert Österreich einen engagierten Kämpfer für Inklusion, also dafür, dass Menschen mit Behinderung in vollem Umfang, gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Mindestens einmal im Jahr, bei der Weihnachtsfeier für Menschen mit Behinderung in der Präsidentschaftskanzlei trafen wir einander und besprachen die aktuellen Herausforderungen. Anschließend betraten wir gemeinsam die Bühne für jeweils eine kurze Rede. Heuer wird Herbert Pichler dabei fehlen und eine große Leerstelle hinterlassen - bei der Weihnachtsfeier, aber vor allem beim Engagement für Inklusion in Österreich. Unser Mitgefühl ist heute bei seiner Familie und seinen Angehörigen“, so der Bundespräsident"

"Wir sind schockiert und zutiefst traurig", sagt Heike Grebien, Sprecherin der Grünen für Menschen mit Behinderungen. "Herbert Pichler hat sich Zeit seines Lebens für die Rechte von Menschen mit Behinderungen eingesetzt. Er war in den Krisenstab des Gesundheitsministeriums eingebunden und in unzähligen Gremien vertreten. Österreich verliert mit ihm einen starken Kämpfer für die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen."

"Wir Grüne möchten in diesen schweren Stunden der Familie, den Freund*innen und Mitstreiter*innen von Herbert Pichler unser herzliches Beileid aussprechen."
 

Quelle: Agenturen