Bauer gegen Zivildienst im Ausland
"Wir müssen uns sehr genau ansehen, wo wir eine Anrechenbarkeit beim Zivildienst zulassen", so Bauer im ORF-Radio. Im Zentrum sollen "systemrelevante Bereiche im Inland" stehen. Im Vorjahr verrichteten 654 junge Männer ihren Zivildienst im Ausland. "Diese Menschen fehlen genau dort, wo wir sie dringend brauchen. Dort wo Stellen offen bleiben, etwa bei Blaulichtorganisationen, der Pflege (...) oder der Alten- und Kinderbetreuung." Das seien die Bereiche, "die einen Beitrag zum zivilen Miteinander leisten." Im Vorjahr wurde der Bedarf der Zivildiensteinrichtungen zu etwa 90 Prozent gedeckt.
Derzeit kann man sich als junger Mann für den Zivildienst melden, dann einen sogenannten Freiwilligendienst machen und sich das anschließend als Zivildienst anrechnen lassen. Ins Visier nimmt man nun "Kinder- und Jugendbetreuung in Indien oder Wiederaufforstungsprojekte in Costa Rica". Explizit ausgenommen und weiterhin möglich sein werde der Gedenkdienst, da dieser "ein extrem wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur" ist, hieß es aus dem Ministerium auf APA-Nachfrage.
Die Koalitionspartner SPÖ und NEOS gaben sich sowohl gegenüber der Zeitung als auch "Ö1" bedeckt.
Zusammenfassung
- Die Bundesregierung prüft im Zuge der Wehrdienstreform auch eine Verlängerung und Neuausrichtung des Zivildienstes, wobei Ministerin Claudia Bauer betont, dass der Fokus künftig wieder stärker auf systemrelevanten Aufgaben im Inland liegen soll.
- Im Jahr 2023 leisteten 654 junge Männer ihren Zivildienst im Ausland, was laut Bauer dazu führt, dass sie in Bereichen wie Blaulichtorganisationen, Pflege sowie Kinder- und Altenbetreuung im Inland fehlen.
- Während Auslandsdienste wie Kinderbetreuung in Indien oder Wiederaufforstung in Costa Rica künftig eingeschränkt werden sollen, bleibt der Gedenkdienst als Beitrag zur Erinnerungskultur weiterhin anerkannt.
