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Auswerter und Aufnehmer im Pilnacek-U-Ausschuss

Heute, 04:01 · Lesedauer 2 min

Nach einer etwas längeren Pause geht der parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Causa Pilnacek kommende Woche weiter. Als Auskunftsperson ist unter anderem ein IT-Techniker im Justizministerium geladen, der die Smartwatch des verstorbenen Sektionschefs ausgewertet hat. Spekulationen befeuern könnte außerdem jener Mann, der ein Gespräch Pilnaceks heimlich aufgenommen hat.

Gleich am ersten Tag, dem Mittwoch, soll der IT-Experte aus dem Justizministerium Auskunft über die Datenauswertung geben. Er hat nicht nur die Smartwatch des Verstorbenen ausgewertet, sondern auch den Laptop Pilnaceks. Inhaltlich dürfte es wenig Überraschungen geben, liegen die aus den Geräten gezogenen Inhalte dem U-Ausschuss bereits vor. Es ist auch davon auszugehen, dass sich der Mann gründlich vorbereitet hat: Er hat eine "Präsentation" vor seiner Befragung angekündigt.

Als zweite Auskunftsperson am Mittwoch kommt eine weitere Polizeibeamtin, die an den Fundort des Leichnams an einem Nebenarm der Donau im niederösterreichischen Rossatz (Bezirk Krems) gerufen worden war. Sie hatte zuvor mit der zuständigen Staatsanwältin telefoniert. Überwiegend wird es abermals darum gehen - was auch der eigentliche Untersuchungsgegenstand ist -, wie die Behörden an jenem Tag agiert haben und ob es Einfluss auf die Ermittlungen gegeben hat.

Der Donnerstag beginnt abermals mit der Befragung eines Journalisten, der sich mit der Causa Pilnacek eingehend beschäftigt hat. Geladen ist diesmal der Blogger Michael Nikbakhsh. Auch er hat nach einem Gespräch für sein Format "Die Dunkelkammer" mit Pilnaceks Vertrauten, die bereits im U-Ausschuss befragt wurden, Zweifel an der offiziellen Version rund um das Ableben des Ex-Sektionschefs gehegt.

Für Unmut bei der ÖVP sorgt die Ladung der zweiten Auskunftsperson am Donnerstag - jener Unternehmer und ehemalige BZÖ-Politiker, der ein Gespräch Pilnaceks in einem Wiener Innenstadtlokal heimlich aufgezeichnet hatte. Darin erhob der damalige Justiz-Sektionschef schwere Vorwürfe gegen die ÖVP und insbesondere Ex-Innenminister und -Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. Dass Parteivertreter tatsächlich, wie darin behauptet, politisch interveniert hätten, wurde nach der Veröffentlichung des Mitschnitts dementiert.

Zusammenfassung
  • Der Pilnacek-Untersuchungsausschuss startet nach einer Pause am Mittwoch mit der Befragung eines IT-Technikers aus dem Justizministerium, der die Smartwatch und den Laptop des verstorbenen Sektionschefs ausgewertet hat.
  • Am selben Tag wird eine Polizeibeamtin befragt, die am Fundort des Leichnams in Rossatz (Bezirk Krems) im Einsatz war, wobei das Behördenhandeln und mögliche Einflussnahmen auf die Ermittlungen im Mittelpunkt stehen.