Schallenberg erwartet "großen Schritt Richtung Reisefreiheit"

Juni 08, 2020 · Lesedauer 3 min

Im Interview mit Corinna Milborn in der Sendung "Milborn - Das PULS 24 Polit-Gespräch" hat sich Außenminister Alexander Schallenberg zuversichtlich gezeigt, dass Österreich in "einen sehr großen weiteren Schritt Richtung Reisefreiheit setzen" könnte.

"Diese Woche, vielleicht schon Mitte dieser Woche" könnte man "einen sehr großen weiteren Schritt Richtung Reisefreiheit setzen", sagte Außenminister Schallenberg am Montag in der Sendung "Milborn - Das PULS 24 Polit-Gespräch". Der Schritt würde dann ab dem 15. Juni gelten. Derzeit würden noch Expertengespräche laufen, denen Schallenberg nicht vorgreifen wollte.

Eine Möglichkeit, die er in den Raum stellte, ist ein "regionaler Ansatz". Dieser könne zwar nicht nur Südtirol und die Lombardei betreffen, sagte Schallenberg auf eine entsprechende Frage zu einer möglichen regionalen Differenzierung, aber: "Das wäre ein Punkt, dass man es herunterbricht auf Regionen." Man dürfe schließlich nicht vergessen, dass Italien der erste europäische Hotspot war. "Ich hoffe, dass wir sehr schnell zu vollkommener Reisefreiheit kommen, aber wir müssen uns hier doch auf Daten und Fakten berufen können, wenn wir diese Schritte setzen. Das ist die Arbeit, die gerade hinter den Kulissen läuft".

"Der Reiseschutz diesen Sommer ist der Hausverstand"

Schallenberg hob im Interview mit Corinna Milborn hervor, dass Österreich "von einer Phase der Kontrolle zu einer Phase der Eigenverantwortung" komme. "Jeder Österreicher und jede Österreicherin muss sich ganz genau überlegen, ob die Reise notwendig ist und was sie vor Ort erwartet." Dies betreffe auch die Einreise in Staaten, zu denen Österreich die Grenzen noch nicht geöffnet hat, über andere Länder.

Schallenberg zu der Situation in den USA und seiner Iran-Reise

Schallenberg über Polizeigewalt in den USA:

"Ich vertraue sehr in die Selbstheilungskräfte der Vereinigten Staaten. Das ist ein Staat mit einem starken Rechtssystem, einer unabhängigen Justiz. Es ist der Staat, der 'checks & balances' überhaupt erfunden hat. (...) Man hat das jetzt gesehen in Minneapolis, wo sie die Polizei umbauen, oder der Justizminister, der letzte Woche schon gesagt hat, da passieren Fehler." 

Schallenberg über Trump:

"Ich glaube nicht, dass es unsere Rolle ist zu jedem Diskussionspunkt, den es in den USA gibt, sofort Stellung zu beziehen. Ja, Trump ist ein Präsident, der manchmal herausfordernd ist für Partner und einem Kopfnüsse mitgibt. Wir teilen mit den USA das gemeinsame Gesellschaftsmodell. Das sind offene Gesellschaften. Haben wir ein bisschen Vertrauen." 

Die geopolitische Situation nach Corona:

"Ich bin davon überzeugt, dass sie nicht so ausschaut wir vorher. Die Pandemie hat Spannungen die es schon gab, verschärft und ans Tageslicht geführt. Die Vereinigte Staaten und China zum Beispiel. Europa nimmt dort irgendwo eine Zwischenstellung ein. Ich glaube, ein Land wie Österreich (...) braucht starke belastbare Partnerschaften. Das transatlantische Bündnis ist ein Lebensmodellbündnis."

Über seine Reise in den Iran:

"Die gesamte Delegation hat danach einen Corona-Test gemacht und alle waren negativ. Aber das war für mich ein Zeichen. Das war für mich ein Zeichen und das dürfen wir auch jetzt, wo wir langsam wieder alles öffnen nicht vergessen. Wie schnell damals alles gekippt ist."

Quelle: Redaktion / apb