Aufregung um Nehammer Foto

08. Jan 2022 · Lesedauer 3 min

Nach Bekanntwerden der Corona-Erkrankung von Bundeskanzler Karl Nehammer sorgt ein Foto im Netz für Aufregung. Das Bild zeigt Nehammer im Skiurlaub: Dicht gedrängt am Tisch sitzend. Einen Tag später sagte er den Besuch des Neujahrskonzerts ab - der Besuch würde "ein falsches Signal senden".

Ein Foto, das Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) im Skiurlaub in Kärnten zeigt, sorgt nun für Aufregung. Nehammer sitzt hier dicht gedrängt in einer Männerrunde in einer Skihütte - völlig legal unter Einhaltung der 2G-Regeln. Gerüchte über eine mögliche Corona-Ansteckung in dieser Hütte machen im Netz die Runde. Nehammers' Sprecher Daniel Kosak dementiert nun die Gerüchte via Twitter.

Demnach sei laut Kosak das Foto am 29. Dezember unter Einhaltung der 2G-Regel entstanden. "Eine Woche später wurde der Bundeskanzler negativ PCR-getestet. Die Ansteckung ist nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub erfolgt", heißt es im Posting.

Kosak bekräftigte auch, dass es sich bei diesem Treffen um keinen "Hüttenabend" gehandelt habe. "Es war der Wunsch nach einem Foto, der in diesem Fall erfüllt wurde", so Nehammers' Pressesprecher.

Auch der Bürgermeister der Gemeinde Rennweg am Katschberg, Franz Aschbacher (ÖVP), rückte zur Verteidigung Nehammers aus. Der Kanzler habe dort eine Skihütte besucht, sich "vorbildlich an alle geltenden Regelungen gehalten und eine FFP2-Maske getragen, die er lediglich für Fotos und zur Jause abgenommen hat", betonte er in einer Aussendung. Die auf dem Foto zu sehenden Personen seien registriert gewesen, bis heute lägen für sie negative Testergebnisse vor.

Nehammer selbst bekräftigte am Freitag, dass die Ansteckung durch Kontakt mit einem Mitglied seines Sicherheitsteams erfolgte.

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) ist am Freitag positiv auf Covid-19 getestet worden.

Neujahrskonzert-Absage

Für noch mehr Aufregung sorgt allerdings auch Nehammers Abwesenheit beim traditionellen Neujahrskonzert. Diese begründete der Kanzler davor noch damit, dass ein Besuch in der aktuellen Corona-Lage "ein falsches Signal senden würde" und die bevorstehende Omikron-Welle strengere Maßnahmen für alle Menschen erfordere – "ich möchte mich selbst davon nicht ausnehmen", hieß es damals, während Nehammer offenbar in Kärnten weilte. Kritisiert wird nun, dass durch das Foto in der Skihütte nun erst recht dieses "falsche Signal" erzeugt werde.

Nehammer wohlauf

ist nach seiner am Freitag festgestellten Corona-Infektion wohlauf. "Ja, durch das Impfen geht es mir sehr gut, ich habe keine Symptome", sagte er am Samstag in einem von zu Hause aus geführten Interview mit dem Ö1-"Mittagsjournal": "Ich habe einen ganz harmlosen Verlauf." Er sei dreifach geimpft, und Studien belegten, dass dies auch bei der Omikron-Variante Wirkung zeige.

Ebenfalls bei guter Gesundheit war am Samstag Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), der am Donnerstag einen Pressekonferenz-Auftritt gemeinsam mit Nehammer absolviert hatte. Mückstein ist seit Freitag freiwillig in Selbstisolation. Es gehe ihm gut und er warte auf sein PCR-Testergebnis, so seine Sprecherin.

FPÖ kritisiert Umgang mit Infektion

Kritik am Umgang mit dem Infektionsfall kam von der FPÖ. Klubobmannstellvertreterin Dagmar Belakowitsch sah Fragen über die Einhaltung der am Freitag gültigen Quarantäneregeln aufgeworfen. "Das bedeutet in dem sehr wahrscheinlichen Fall, dass sich Nehammer mit der Omikron-Variante angesteckt hat, dass alle Personen, die in den Tagen vor seinem positiven Test für länger als 15 Minuten und mit weniger als 2 Metern Abstand mit dem Kanzler in einem Raum waren, in Quarantäne müssen", meinte sie in einer Aussendung.

Quelle: Agenturen / Redaktion / pea