APA - Austria Presse Agentur

Aufnahmelager auf Lesbos nicht mehr restlos überfüllt

08. Okt 2020 · Lesedauer 1 min

Gut einen Monat nach der Zerstörung des Registrierlagers von Moria auf der griechischen Insel Lesbos müssen die Menschen nicht mehr in einem überfüllten Camp leben. Im neuen Zeltlager bei Kara Tepe an der Küste von Lesbos mit einer Kapazität für 10.000 Menschen leben zurzeit knapp 7.800 Migranten. Zeitweise harrten in den Jahren 2018 und 2019 bis Anfang 2020 in und um das zerstörte Camp von Moria mit einer Kapazität für 2.757 Menschen bis zu 20.000 Migranten aus.

In den vergangenen Tagen durften knapp 2.000 anerkannte Flüchtlinge, die Asyl in Griechenland bekommen haben, die Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos verlassen. Schwierig bleibt die Lage noch in den Registrierlagern der Inseln Chios und Samos. Im Lager Vial von Chios mit einer Kapazität für 1.000 Menschen harren zurzeit knapp 3.300 Migranten aus. Auf Samos ist die Lage noch schlimmer. In Vathy leben knapp 4.400 Menschen in und um ein Lager, das regulär 650 Menschen aufnehmen kann. Hilfsorganisationen warnten angesichts der Zustände vor einer ähnlichen Eskalation wie in Moria.

Der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis hatte bereits in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, Plan der Regierung sei, alle Geflüchteten, die Asyl bekommen, so schnell wie möglich zum Festland zu bringen. Die griechische Regierung hat das Asylverfahren beschleunigt und zusätzliches Personal eingestellt. Zudem werden die Seegrenzen zur Türkei scharf überwacht. Humanitäre Organisationen werfen Athen allerdings vor, völkerrechtswidrige Zurückweisungen in die Türkei (Pushbacks) zu erlauben. Dies bestreitet Athen.

Quelle: Agenturen