APA - Austria Presse Agentur

Aufnahme von Dreier-Koalitionsverhandlungen in Irland

05. Mai 2020 · Lesedauer 2 min

Rund drei Monate nach der Parlamentswahl in Irland wollen die rivalisierenden Parteien Fine Gael und Fianna Fail zusammen mit den Grünen Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Die Vorsitzenden der drei Parteien einigten sich darauf, "formelle Verhandlungen über ein Regierungsprogramm aufzunehmen", wie am Dienstag ein Sprecher der konservativen Fianna Fail erklärte.

Rund drei Monate nach der Parlamentswahl in Irland wollen die rivalisierenden Parteien Fine Gael und Fianna Fail zusammen mit den Grünen Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Die Vorsitzenden der drei Parteien einigten sich darauf, "formelle Verhandlungen über ein Regierungsprogramm aufzunehmen", wie am Dienstag ein Sprecher der konservativen Fianna Fail erklärte.

Die Gespräche sollen demnach am Donnerstag beginnen. Premierminister Leo Varadkar führt das Land seit den Parlamentswahlen am 8. Februar geschäftsführend - auch durch die derzeitige Corona-Krise. Die Wahl hatte zu einer Patt-Situation im Parlament geführt: Bei der Abstimmung war Varadkars regierende Fine Gael mit nur 35 der 160 Sitze im Unterhaus auf den dritten Platz abgerutscht. Der Regierungschef erklärte daraufhin seinen Rücktritt.

Obwohl sie ebenfalls Verluste hinnehmen musste, wurde Fine Gaels historische Rivalin Fianna Fail mit 38 Sitzen zur größten Partei im Parlament. Auch sie konnte sich jedoch nicht die erforderliche Regierungsmehrheit sichern. Die linksgerichtete Sinn Fein konnte stark zulegen und kam auf 37 Sitze.

Fine Gael und Fianna Fail, die seit der Unabhängigkeit Irlands fast immer abwechselnd die Regierung gestellt oder zusammen regiert hatten, schlossen nach der Wahl eine Zusammenarbeit mit Sinn Fein aus. Die Partei galt einst als politischer Flügel der bewaffneten Untergrundorganisation IRA und strebt ein vereintes Irland an - mit dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland.

Quelle: Agenturen