APA - Austria Presse Agentur

Auer-Abzug: ÖVP zufrieden, Opposition sieht Bauernopfer und Ablenkung

15. März 2021 · Lesedauer 1 min

Nachdem Gesundheitsminister Anschober den Beamten Auer von der Impfstoff-Beschaffung abgezogen hat, zeigt sich die ÖVP zufrieden. Die Opposition sieht hingegen eine Ablenkung.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Montag den Spitzenbeamten Clemens Martin Auer vom Impfgremium abgezogen. Der Forderung der ÖVP nach einer Suspendierung hat er allerdings nicht nachgegeben. Trotzdem zeigt sich ÖVP-Gesundheitssprecherin Gaby Schwarz im Ö1-"Mittagsjournal" zufrieden. Dass die ÖVP-Regierungsmitglieder sehr wohl Bescheid wussten, weist sie zurück: "Bundesminister Anschober hat ja selbst gesagt, er wusste nichts von der zusätzlichen Beschaffungsmöglichkeit", so Schwarz.

Opposition mahnt Verantwortung der Regierungsmitglieder ein

SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried kritisiert gegenüber Ö1: "Hier versucht man wahrscheinlich, jemand als Opfer zu präsentieren, um davon abzulenken, dass der Bundeskanzler und die gesamten beteiligten Regierungsmitglieder grobe Fehler gemacht haben." Die Regierung habe Bescheid gewusst und könne sich hier "nicht abputzen".

FPÖ-Chef Norbert Hofer sieht den Abzug Auers als richtige Entscheidung, mahnt aber die Verantwortung von Kanzler Kurz und Gesundheitsminister Anschober ein: "Ich muss ja als Gesundheitsminister wissen, was mein Mitarbeiter tut", so Hofer und erinnert, dass Kurz selbst die Impfung "zur Chefsache erklärt" habe.

Auch NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker sagt: "Der Schritt ist sicher richtig, aber es ist falsch, sich an Beamten abzuputzen." Auer käme aus dem "ÖVP-Stall", weshalb der Kanzler sicher Bescheid wusste.

Quelle: Redaktion / hos