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ATV-Umfrage: Bevölkerung gegen Atomkraftwerke

24. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Laut der aktuellen "ATV: Frage der Woche" spricht sich die Bevölkerung mit einer großen Mehrheit von 72 Prozent gegen Atomkraft in Österreich aus.

Während in Deutschland bereits von einem völligen Gas-Lieferstopp Russlands gewarnt wird und die Gas-Alarmstufe ausgerufen wurde, setzt die heimische Politik auf Beruhigung. "Kein Grund für Panik" hieß es etwa von Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP). Auch Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) steht dem Thema gelassen gegenüber. "Im Vergleich zu Deutschland sind wir einen Schritt weiter", sagt Gewessler auf die Frage nach einem Energiespar-Gesetz.

Ein solches steht in Deutschland zurzeit zur Diskussion. Laut der österreichischen Ministerin habe man mit dem Energielenkungsgesetz bereits eine rechtliche Grundlage geschaffen, "das ist der Gas-Notfallplan", betont sie im Interview.

Dennoch wird es bald eine Kampagne geben, in der die Menschen zum Energie-Sparen aufgerufen werden. Kochen mit Deckel etwa oder die Temperatur beim Heizen um zwei Grad zu drosseln. Aber auch einen zumindest kleinen Notfall-Plan. Wenns hart auf hart kommt, soll das Kraftwerk Mellach wieder auf Kohle umgerüstet werden. Reichen wird das nicht. In Deutschland hingegen fordern diverse Politiker, z.B. FDP-Voristzender Wolfgang Kubicki, dass die Laufzeit der Atomkraftwerke um fünf Jahre verlängert werden.

Beim Thema Atomkraft sind die Österreicherinnen und Österreicher mit einer großen Mehrheit einer Meinung: Nein. Das zeigt die aktuelle "ATV Frage der Woche". Meinungsforscher Peter Hajek stellte 800 Menschen die Frage: "Soll Österreich angesichts der derzeitigen Energiesituation zukünftig ein eigenes Atomkraftwerk zur Stromproduktion in Betrieb nehmen? "

72 Prozent dagegen

Die Befragten, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung, sprechen sich mit einer großen Mehrheit von 72 Prozent gegen Atomkraft in Österreich aus. 56 Prozent der Befragten antworten mit "nein, auf keinen Fall", 16 Prozent mit "eher nicht". Ein eigenes Atomkraftwerk in Österreich würden trotz Energiekrise nur 22 Prozent befürworten, 8 Prozent davon "auf jeden Fall", 14 Prozent "eher schon". 7 Prozent der Befragten haben keine Meinung dazu.

Die Ablehnung der Atomkraft zieht sich in Österreich durch alle Wählergruppen. Die meisten Atomgegner finden sich unten den Grün-Wähler:innen mit 81 Prozent (68 Prozent "nein, auf keinen Fall", 13 Prozent "eher nicht"). Die FPÖ-Wählerschaft spricht sich mit einer Mehrheit von 59 Prozent gegen Atomkraft in Österreich aus (48 Prozent "nein, auf keinen Fall", 11 Prozent "eher nicht").

"ATV Aktuell: Die Woche"am Sonntag, 26. Juni, um 22:20 Uhr bei ATV.

 ATV-Moderator Meinrad Knapp, Politikberater Thomas Hofer und Meinungsforscher Peter Hajek lassen am Sonntag die politischen Geschehnisse der Woche Revue passieren. Unter anderem werden die Ergebnisse von Peter Hajeks aktueller Meinungsumfrage diskutiert. Er befragte 800 Österreicher:innen: "Soll Österreich angesichts der derzeitigen Energiesituation zukünftig ein eigenes Atomkraftwerk zur Stromproduktion in Betrieb nehmen? "

Zur Umfrage: Auftraggeber: ATV - Methode: Kombination telefonische und Online-Befragung - Zielgruppe: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren - Stichprobengröße: 800 Befragte - Maximale Schwankungsbreite der Ergebnisse: +/- 3,5 % - Feldarbeit: 20. bis 23. Juni 2022

Quelle: Redaktion / moe