Asylwerber im Burgenland: "2015 ist weit entfernt"

21. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Werner Fasching, der stellvertretende Landespolizeidirektor des Burgenlands, trat am Donnerstag vor die Presse, um über die Lage an der Grenze zu Ungarn zu berichten. Er dementierte medial gestreute Gerüchte über eine angeblich völlig überforderte Polizei.

Ja, es würden wieder mehr Flüchtlinge in Österreich ankommen, von einer Situation wie im Jahr 2015 sei man aber "weit entfernt", sagt der stellvertretende Landespolizeidirektor des Burgenlandes. In Boulevardmedien kursierten zuletzt Berichte, dass die Polizei überfordert sei und Asylwerber:innen, ohne sie zu registrieren, laufen ließe. 

Diese Berichte würden nicht stimmen, dementierte das Innenministerium gegenüber PULS 24 schon am Mittwoch. Nun bestätigt das auch Fasching: Die Vorwürfe seien "völlig aus der Luft gegriffen". Es habe nur "Einzelfälle" gegeben, in welchen eine Erstbefragung nicht sofort stattgefunden habe. Das liege vor allem daran, dass Dolmetscher nicht sofort zur Verfügung stehen würden.

Jede Person wird registriert

Fasching betont aber, dass jede Person registriert worden sei. Die Befragung könne dann zu einem späteren Zeitpunkt auch im Asylquartier noch stattfinden. Festgenommen werden können Asylwerber:innen nur für 48 Stunden. Die Befragungen werden unterstützend auch von Polizisten aus Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark oder Kärnten durchgeführt.

Fasching geht auch auf Berichte ein, wonach sich viele Asylwerber:innen am Bahnhof Nickelsdorf einfinden würden, was angeblich zu Aufregung in der Bevölkerung geführt hätte. Es hätte Probleme mit den engagierten Transportunternehmen gegeben, so der stellvertretende Polizeidirektor. In solchen Fällen würden Asylwerber:innen Fahrscheine für den Zug bekommen und müssten selbstständig weiterreisen.

Bürgermeister von Nickelsdorf: Situation "nicht mit 2015 vergleichbar"

Ab Donnerstagabend würde der organisierte Transport wieder funktionieren, so Fasching. So soll "auch in den nächsten Tagen von Nickelsdorf ausreichend Transportraum in Form von Bussen zur Verfügung stehen", teilte auch das Innenministerium mit. 

Wieder mehr Asylanträge

Dennoch betont aber auch Fasching, dass es derzeit eine "Herausforderung" gebe: Rund 31.000 Asylanträge habe es bis Ende Juni im Jahr 2022 in ganz Österreich gegeben. Das sei eine Steigerung um 150 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 320 Schlepper habe man 2022 festgenommen, 145 davon im Burgenland. Im Burgenland seien heuer 24.000 Migranten aufgegriffen worden, im gesamten vergangenen Jahr seien es rund 20.000 gewesen. 

Fasching betont, dass im Vergleich zu 2015 jedes Land versuche, "seinen Grenzpflichten" nachzukommen. Österreich würde zudem eng mit Ungarn zusammenarbeiten - die ungarischen Behörden würden außerdem in Zukunft mehr Beamte einsetzen. 

Quelle: Redaktion / koa