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Asyl: FPÖ-Tirol will nur Gäste, "die Geld da lassen"

29. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Tiroler FPÖ kritisiert Zelte für Flüchtlinge - und muss dafür in den sozialen Medien selbst Kritik einstecken. Als Symbolbild wurde scheinbar ein Pfadfinder-Lager verwendet. Der Parteichef will nur Gäste im Land, "die Geld da lassen".

Dass geflüchtete Menschen in Österreich nun wieder in Zelten untergebracht werden, sorgt weiter landesweit für Aufregung. Sowohl linke als auch rechte (in Oberösterreich zuletzt auch rechtsextreme) Gruppierungen protestieren dagegen - wenn auch mit unterschiedlichen Motiven.

Die FPÖ Tirol sorgt in den sozialen Medien nun für Aufregung. Im Tiroler Absam wurden 16 Männer von der Bundesbetreuungsagentur  in Zelten untergebracht. Die Flüchtlinge verbrachten eine Nacht in den Zelten, eine Nacht aus Protest im Freien und wurden schließlich in ein Notquartier nach Kufstein verlegt.

Pfadfinder und Gäste mit Geld

Die Tiroler FPÖ kritisierte davor auf Facebook: Tirol habe "schon lange keinen Platz mehr für Fremde". Untermauert wurde das mit einem Bild von dutzenden, dicht aneinandergereihten Zelten auf einer Campingwiese.

Die Tiroler FPÖ übt auf Facebook Kritik an Zelten für Flüchtlinge.Screenshot/Facebook

Für Spott sorgt nun, dass die FPÖ in ihrem Posting als Symbolbild ein Foto von einem Pfadfinder-Lager verwendet haben dürfte, wie auch der ehemalige Abgeordnete der Grünen, Michael Mingler, feststellte.

Das von der FPÖ verwendete Bild zeigt nämlich keine der in Absam errichteten Zelte, sondern ein Pfadfinderlager und stammt nicht aus Tirol, sondern von der kostenlosen Online-Bilddatenbank Pixabay. "Schon mal was von Symbolfoto gehört?", reagierte Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger auf das Bild angesprochen launisch. Man habe eben keine Rechte an Bildern von den echten Zelten, verteidigte er sich. 

Pfadfinder reagieren

Dass die FPÖ ihre Zelte für ihre Agenda benutzt, gefällt den Pfadfindern nicht: "Wir Pfadis verwehren uns jedoch aufs allerschärfste politisch instrumentalisiert zu werden! Unsere Zelte sind Ausdruck der Gemeinschaft, der Selbstentfaltung und der Freundschaft", erklären sie auf Facebook. "Die mediale Aufmerksamkeit nutzen die Pfadfinder, um klarzustellen, dass sie die Lage der Asylwerber für nicht akzeptabel halten: Es reiche nicht, Menschen, die uns um Hilfe bitten, in Zelte zu stecken", heißt es dort weiter.

Die Pfadfinder wehren sich auf Facebook.Screenshot/Facebook

Auf die Kritik der Pfadfinder reagierte die FPÖ noch nicht. Als aber ein Twitter-User kommentiert: "Notiz an mich selbst: keinen Urlaub mehr in Tirol machen, die haben keinen Platz mehr", antwortet Abwerzger nur: "Für Personen, die Geld da lassen immer ;)" [sic!].

Eine Wirkung haben die umstrittenen Zelte in Tirol jedenfalls gezeigt: Tirol hat - wie auch andere Bundesländer - zugesagt, weitere Quartiere zu schaffen. Tirol wird aber - wie auch andere Bundesländer - seine Quote dennoch nicht erfüllen. 500 Plätze sagte Vize-Landeshauptmann Georg Dornauer (SPÖ) zu - 2.800 fehlen, wie der "Standard" berichtet.

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Quelle: Redaktion / koa