APA - Austria Presse Agentur

AstraZeneca: Gesundheitsministerium rechnet mit Vollzulassung

20. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Der Impfstoff von AstraZeneca ist zentral für Österreichs Impfstrategie. Womöglich erhält dieser aber nur eine beschränkte Zulassung. Damit rechnet das Gesundheitsministerium nicht.

Zwei Millionen Impfdosen sollen von AstraZeneca noch im ersten Quartal geliefert werden – Impfstoff für eine Million Menschen in Österreich. Derzeit liegt der Antrag auf eine Zulassung bei der EMA, diese möchte bis 29. Jänner darüber entscheiden. Das Problem: Nur 12 Prozent der Studienteilnehmer waren über 55 Jahre alt und wurden erst später in die Studie von AstraZeneca aufgenommen wurden. Das wirft bei den Experten die Frage auf, wie gut der Impfstoff ältere Menschen schützt. Für EMA-Experten reicht das Datenmaterial nicht.

Eine mögliche Entscheidung der EMA könnte also sein, dass der Impfstoff vorerst nur für Menschen unter 55 Jahren zugelassen wird. Die Impfstrategie in Österreich sieht allerdings vor, dass zuerst vor allem Risikogruppen – besonders in Alten- und Pflegeheimen – geimpft werden sollen.

Impfstrategie

Würde also eine beschränkte Zulassung die Impfstrategie über den Haufen werfen? Aus dem Gesundheitsministerium heißt es dazu gegenüber PULS 24: "Wir rechnen nicht damit, dass eine Altersbeschränkung bis 55 kommt." Gleichzeitig heißt es, "je nach Zulassungsinformation werden die verfügbaren Impfstoffe an die möglichen Gruppen verteilt".

Die Durchführung der Impfungen sei immer "von den tatsächlichen Zulassungen und den verfügbaren Impfstoffmengen", das sei immer klar gewesen. Weiters verweist man auf die am Mittwoch bekanntgemachte Nachbestellung von 3,8 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoff.

Laut dem "Standard" klingt das in türkisen Regierungskreisen anders. Dort sei die Rede davon, dass die Impfstrategie wegen AstraZeneca zwangsläufig auf den Kopf gestellt werden könnte. Man könne gezwungen sein, die Impfung von unter 55-Jährigen vorzuziehen. Geimpft werden auch jetzt schon unter 55-Jährige, denn "auch Personen unter 65 Jahren mit gewissen Vorerkrankung haben ein erhöhtes Risiko für einen komplizierten Verlauf und gehören zu einer priorisierten Gruppe", heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

Biontech-Impfstoff für bestimmte Gruppe reserviert?

Wird also der Biontech/Pfizer- und Moderna-Impfstoff für Menschen über 55 reserviert? Dazu gibt es aus dem Gesundheitsministerium keine eindeutige Aussage: "Die vorhandenen Impfdosen werden jedenfalls entsprechend ihrer Charakteristika bestmöglich für die verschiedenen Zielgruppen eingesetzt."

Mathias MorscherQuelle: Redaktion