Arbeitsminister Kocher: "Arbeitnehmer in Österreich sind weniger mobil"

08. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) war am Dienstag im Newsroom LIVE bei Sabine Loho zu Gast. Es ging um die auslaufenden Corona-Hilfen, den Arbeitsmarkt und um das bedingungslose Grundeinkommen.

Die Corona-Kurzarbeit wird erneut verlängert. Darauf haben sich die Regierung und die Sozialpartner geeinigt. Ab Juli sollen zwei Modelle angeboten werden. Für die besonders betroffenen Branchen, die mindestens 50 Prozent Umsatzausfall haben, gelten im wesentlichen die selben Bedingungen wie bisher, das heißt die Arbeitszeit kann bis auf null Prozent sinken. Für die anderen Branchen, die weniger betroffen sind, wird es ein Übergangsmodell mit reduzierter Förderhöhe geben.

Man befinde sich nun in einer "Übergangsphase" erklärt der Arbeitsminister. Man sei schon "sehr nahe" an jener Kurzarbeit, die es auch vor der Pandemie gegeben hätte. Er betont aber, dass wer Hilfe benötigt, diese auch weiterhin bekommen werde. Die Corona-Hilfen werden unterschiedlich auslaufen, der Minister rechnet aber damit, dass schon in den kommenden Wochen mehr aus den Programmen herauskommen werden. 

Die Öffnungen lassen die Arbeitslosigkeit sinken. Die Kurzarbeitsmodelle sind am Auslaufen.

Länger wird sich die Pandemie auf den Arbeitsmarkt auswirken, so Kocher. Es werde "ein bis zwei Saisonen" dauern, bis Saisoniers aus dem Ausland zurückkommen, bis die Kurzarbeit ausgelaufen ist und Ausbildungen nachgeholt wurden.

Keine große Insolvenzwelle erwartet

Auf die Frage, was einem Arbeitnehmer zumutbar sei bei einem Jobwechsel, bleibt Kocher vage: Es komme darauf an, Jungen sei mehr zumutbar. Generell seien die österreichischen Arbeitnehmer aber weniger mobil als in manchen anderen Ländern, so Kocher. Entgegen mancher Experten erwartet Kocher nach Corona keine massive Insolvenzwelle: Sicher könne man nie sein, es werden mehr als 2019 sein, aber die Prognosen seien optimistischer, sagt Kocher. 

Zu guter Letzt sprach der Arbeitsminister Kocher noch über das bedingungslose Grundeinkommen: Durch die "ökonomische Brille" sehe er derzeit kein Modell, das fair und finanzierbar sei, sagt Kocher. Er will ein bedingungsloses Grundeinkommen aber nicht für immer ausschließen.

Quelle: Redaktion / koa