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Guterres trifft Selenskyj und Erdogan in Lwiw

16. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

UNO-Generalsekretär António Guterres wird am Donnerstag nach Lwiw in der Westukraine reisen, um sich mit Präsident Wolodymyr Selenskyj und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu treffen.

Geplant ist ein Treffen in Lwiw (Lemberg) im Westen des von Russland überfallenen Landes, wie UNO-Sprecher Stephane Dujarric am Dienstag in New York sagte. Die Reise erfolge auf Einladung Selenskyjs, so Dujarric weiter. Ein Thema werde auch die Schwarzmeer-Getreideinitiative sein, hieß es.

Bei dieser spiele die Türkei eine entscheidende Rolle. Auch werde ein bilaterales Treffen Selenskyjs mit Guterres erwartet. Die UNO und die Türkei hatten Ende Juli Vereinbarungen vermittelt, dass die Ukraine trotz des russischen Angriffskrieges wieder Getreide über ihre Schwarzmeerhäfen ausführen darf.

UNO befürchtet Lebensmittelknappheit und Hunger bei Getreideausfall

Die UNO befürchtet Lebensmittelknappheit und Hunger in armen Teilen der Welt, wenn die Ukraine als ein wichtiger Getreidelieferant ausfällt. Dujarric sagte weiter, es gebe "keinen Zweifel" daran, dass auch die gefährliche Lage um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja und eine angepeilte internationale Experten-Mission zu dem Kraftwerk angesprochen werde.

Russischer Geheimdienst glaubt an Sabotage

Der Geheimdienst FSB macht dafür "Saboteure" verantwortlich. Dadurch werde der Betrieb des Kraftwerks gestört, so der FSB weiter. Insgesamt seien sechs Masten am 4., 9. und 12. August angegriffen worden. Das Kiewer Verteidigungsministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Kursk liegt rund 90 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. In der Region ist es seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine wiederholt zu Explosionen an Treibstoff- und Munitionslagern gekommen.

Großbritannien beantragte Überflugsrechte

Nach Angaben der Regierung in Moskau beantragte Großbritannien Überflugsrechte über Russland für ein Spionageflugzeug. Dies sei "eine beabsichtigte Provokation", erklärte das russische Verteidigungsministerium. Die russische Luftwaffe werde dafür sorgen, dass der Luftraum des Landes nicht verletzt werde.

Reise nach Odessa

Nach dem Treffen reise Guterres nach Odessa ans Schwarze Meer weiter, hieß es. Vor seiner Rückreise nach New York werde der UNO-Chef am Samstag in Istanbul das gemeinsame Koordinationszentrum zur Überwachung von Getreideexporten über das Schwarze Meer besuchen. Es blieb zunächst unklar, ob der UNO-Generalsekretär auch nach Kiew reisen wird.

Selenskyj telefoniert mit Macron

Der französische Präsident Emmanuel Macron wies in einem Telefonat mit Selenskyj nachdrücklich auf Risiken für Atomanlagen in der Ukraine hin. Laut Pariser Präsidialamt erklärte Macron in dem Gespräch außerdem, dass er den Vorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde unterstütze, Saporischschja zu inspizieren. Selenskyj hatte zuvor über das Telefonat gesagt, er habe mit Macron über "Russlands Nuklearterrorismus" gesprochen.

Moskau und Kiew werfen sich gegenseitig vor, das größte Atomkraftwerk Europas zu beschießen. Russische Truppen halten das Kraftwerk seit Anfang März besetzt, es wird aber noch von ukrainischen Technikern betrieben.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz