APA - Austria Presse Agentur

Anschober deutet weitere Verschärfungen an - Entscheidung nächste Woche

07. Nov 2020 · Lesedauer 2 min

Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat am Samstag eine mögliche weitere Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus angedeutet. Die Entscheidung soll nächste Woche getroffen werden.

"Gelingt eine Stabilisierung - als erster Schritt zu Trendwende und wieder sinkenden Zahlen - nicht, wird eine notwendige weitere Verschärfung der Maßnahmen immer wahrscheinlicher", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober angesichts des Rekordwertes von 8.241 Neuinfektionen am Samstag.

Wenn die Infektionszahlen in der kommenden Woche weiter steigen würden, werde das Gesundheitssystem "schrittweise an seine Grenzen stoßen". Im Lauf der kommenden Woche müsse die Stabilisierung gelingen, sagt Anschober. Es sei aber zu befürchten gewesen, dass in dieser Woche vor einer beginnenden Wirksamkeit des Teil-Lockdowns die Neuinfektionen weiter ansteigen würden, heißt es in einer Aussendung des Gesundheitsministeriums. Anschober appellierte auch an die Bevölkerung die Maßnahmen mitzutragen und Kontakte zu reduzieren.. 

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Zuvor stellte Anschober gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal Verschärfungen in Aussicht, sollten über 850 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sein. 

SPÖ kritisiert Corona-Krisenmanagement 

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner forderte unterdessen, die Bundesregierung müsse "ihren Blindflug im Corona-Krisenmanagement endlich beenden". Aktuell entscheide es sich, ob das Infektionsgeschehen eingedämmt werden kann oder nicht. Die Regierung handle aber erst, wenn "Feuer am Dach" sei, meinte die frühere Gesundheitsministerin in einer Presseaussendung. Nun sei es Zeit, unabhängige Experten ans ruder zu lassen. Diese müssten beurteilen, "ob die Maßnahmen der Bundesregierung ausreichen oder nicht".

Wenn nur noch ein Viertel der Corona-Fälle rückverfolgbar ist, "verdeutlicht das den Blindflug der Regierung", meinte die SPÖ-Vorsitzende. Das Monitoring einer unabhängigen Expertenkommission sei "unbedingt erforderlich, um evidenzbasiert Lockerungen und Anpassungen vorzunehmen und um für die Zeit nach dem Lockdown lernen zu können."

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe