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Van der Bellen: "Man zündelt nicht" mit EU-Austritt

06. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Präsentation der Wahlplakate nützte Alexander Van der Bellen für einen Seitenhieb auf die FPÖ, auch wenn er diese namentlich nicht erwähnte. Man dürfe "nicht mit Öxit spekulieren", das würden auch die Menschen wissen. Putin dürfe man ebenso nicht nachgeben.

Der amtierende Bundespräsident Alexander Van der Bellen präsentierte am Dienstag seine Plakate für die Wahl im Oktober. Darauf zu sehen sind auch die Berge im Kaunertal, wo er herkommt. "Die Bergspitzen hab' ich nicht erklommen, sag ich gleich dazu. Ich bin kein Kletterer gewesen", fängt der Amtsinhaber launig an. Am Bergjoch sei er einmal gescheitert. 

Vorsicht statt Chaos

Van der Bellen setzt bei Plakaten und Wahlkampf auf "Vernunft und Stabilität in stürmischen Zeiten", wie auch zu lesen ist. Damit will er sich gegen oft polternde Mitbewerber absetzen. Man müsse die Privilegien des Bundespräsidentenamtes "mit Vorsicht" anwenden, so Van der Bellen. Es sei leicht "zusätzliches Chaos zu verursachen". Das habe er immer versucht zu vermeiden. 

Finger weg vom Öxit

Gegenkandidaten spricht Van der Bellen nicht an, man kann die Kritik am Liebäugeln mit einem EU-Austritt von z.B. der FPÖ aber deutlich zwischen den Zeilen lesen, wenn Van der Bellen warnt: "Man zündelt nicht". Wirtschaft, Industrie, Finanz und auch die Menschen wüssten, dass man "nicht mit Öxit spekulieren" dürfe.

Putin hat EU nie ernst genommen

Der Präsident ruft zu Einigkeit auf, auch auf EU-Ebene. Man dürfe sich nicht auseinanderdividieren lassen, "Putin will genau das Gegenteil". "Im Grunde hat er die EU nie sehr ernst genommen und man kann auch verstehen warum", meint er weiter. Es habe Schwierigkeiten gegeben, gemeinsam Politik zu machen, aber in der Krise habe man zusammengefunden und: "Einem Aggressor darf man nicht nachgeben."

"Bin ich ein Prophet?"

"Ich wünsche mir schnell Klarheit", antwortet er auf die Frage, ob er glaubt, trotz großem Vorsprung bei den Umfragen eine Stichwahl ausfechten zu müssen. Aber "bin ich ein Prophet?, lacht er. "Wenn nicht, kommt es eben zu einer Stichwahl. Das ist das Wesen einer Demokratie." Jeder soll zur Wahl gehen, denn eine hohe Wahlbeteiligung sei ernst zu nehmen. Und wenn möglich, solle man ihm die Stimme geben.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam