Dubowy zu Putin-Rede: "Wir müssen an den Sanktionen festhalten"

07. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Politikanalyst und Osteuropa-Experte Alexander Dubowy analysiert Putins Auftritt beim Wirtschaftsforum in Wladiwostok. Der russische Präsident setze auf "Fake News" und Desinformation.

Der russische Präsident Wladimir Putin drohte am Mittwoch beim siebten osteuropäischen Wirtschaftsforum in Wladiwostok erneut mit einem Stopp von Öl- und Gaslieferungen nach Europa. Der Politikanalyst und Osteuropa-Experte Alexander Dubowy ordnet die erneuten Ankündigungen Putins ein.

Dubowy erklärt, dass Putin bei seinem Besuch in Wladiwostok auf altbekannte Methoden setze. Er stelle während Gesprächsrunden Behauptungen auf, die im Moment schwer nachprüfbar seien oder verbreite offensichtliche "Fake News" - beispielsweise, dass sich Russland nur selbst gegen die Ukraine verteidigen würde. Seit Beginn des Krieges sehe sich Putin im Bezug auf die Ukraine in einer klaren Opferrolle.

Abhängigkeit von China

Aufgrund des Ukrainekriegs und den damit einhergehenden europäischen Sanktionen sei es für Russland derzeit notwendig, neue Märkte wie etwa China zu erschließen. Dubowy ortet hierbei einen schleichenden Souveränitätsverlust des Landes: "In Zukunft könnte Russland zum bloßen Energieanhängsel von China werden." Während Putin seine Beziehung zu China früher mit seinen Beziehungen zu Westeuropa ausbalancieren habe können, sei er heute weitaus abhängiger von den Chinesen. 

Für Europa sei es derzeit laut Dubowy besonders wichtig, an den Sanktionen festzuhalten. Alles andere "wäre verheerend und durch nichts zu rechtfertigen". Dass die Sanktionen  "absolut eindeutig" wirken würden, sei unter anderem dadurch zu erkennen, dass Russland versuche, die aktuellen Schwierigkeiten innerhalb von Europa für sich zu nutzen. Es sei außerdem damit zu rechnen, dass Putin mit Desinformationskampagnen versuchen werde, die Menschen in Europa gegen ihre Regierungen aufzubringen. 

Quelle: Redaktion / mbe