AK-Chef Peter Eder wird neuer Vorsitzender der SPÖ Salzburg
"Ich werde mich im kommenden Jahr für den Parteivorsitz der Sozialdemokratischen Partei als Landesvorsitzender bewerben", sagte Eder bei einem Pressegespräch in einer Garnitur der Salzburger Lokalbahn am Weg nach Salzburg - übrigens begleitet von zahlreichen SPÖ-Bürgermeisterinnen und -Bürgermeistern aus dem Bundesland. Eder räumte ein, dass seine Entscheidung Zeit benötigt habe und zuerst intensiv mit der Familie besprochen wurde. "Die soziale Kälte, die die Landesregierung in ihre Politik einfließen lässt, hat es mir jetzt leicht gemacht", betont Eder. "Ich bin bei den Menschen, ich verstehe die Menschen, ich mag die Menschen." Der nächste Landesparteitag findet am 13. Juni 2026 statt.
Er hoffe, so Eder, dass er mit seiner Person und mit seiner Art Politik zu machen, die politische Landschaft in Salzburg wieder etwas gedeihlicher machen könne. Den Regierungsparteien ÖVP und FPÖ richtete er aus: "Sie glauben, dass es für sie ein Vorteil ist, wenn sie andere schlecht machen. Ich sehe das anders." Politik habe den Auftrag, die besten Ideen in Rezepte zu gießen, den Menschen zuzuhören und mit guten Lösungen das Leben der Salzburgerinnen und Salzburger gerechter zu machen.
Die SPÖ hatte lange keine Eile, einen Nachfolgekandidaten zu finden. Zuletzt hatte Eder jedoch eine Entscheidung zu Jahresbeginn 2026 angekündigt, nun aber vorgezogen. Die Erklärung heute fällt in die Woche, in der die Einsparungen im Pflege- und Gesundheitsbereich für die größte Demonstration in Salzburg seit Jahrzehnten gesorgt hat. Am Dienstag gingen mehrere tausend Menschen als Protest gegen die Politik der schwarz-blauen Landesregierung auf die Straße.
Eder will neben seinem künftigen Amt als Parteivorsitzender weiter AK-Präsident in Salzburg bleiben. "Das ist mein Brotberuf. Den Vorsitz der SPÖ werde ich ehrenamtlich wahrnehmen, den Vorsitz beim ÖGB abgeben", sagte er zur APA. Kritikern an der Doppelfunktion richtete er aus: "Ich kann versichern, dass die Parteipolitik über mich sicher nicht in die Arbeiterkammer getragen wird. Zugleich kann ich sagen, dass die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf diesem Weg jedoch in die Politik getragen werden."
Breite Kritik von der politischen Konkurrenz
Tatsächlich ließ am Freitag Kritik an der Personalie nicht lange auf sich warten: ÖVP-Landesgeschäftsführer Nikolaus Stampfer warf Eder vor, als AK-Präsident "alle Arbeitnehmer abzukassieren, aber ausschließlich für die SPÖ zu arbeiten und sich gleich mehrere Hüte" aufzusetzen: Einen als AK-Präsident, einen als Parteiobmann, einen als Wahlkämpfer und "einen als freizügiger Inserate-Verteiler auf Kosten aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer". FPÖ-Landesparteisekretär Sebastian Schwaighofer fragte, ob Salzburg "in wirtschaftlich angespannten Zeiten tatsächlich auf einen linken Gewerkschafter gewartet hat".
Die KPÖ Plus kritisierte indes die künftige Doppelfunktion Eders. "Die Wirtschaftskammer hat zuletzt großen Schaden genommen, weil die ÖVP den Eindruck vermittelt, sie behandelt die Kammer als ihr Eigentum. Das darf der Arbeiterkammer und den Pflegeprotesten nicht passieren", erklärte Klubchefin Natalie Hangöbl. Die Grünen lobten hingegen Eders "Mut zur Spitze", bemerkten aber wie auch die Kommunisten, dass nun ein Mann an der Spitze der Salzburger Sozialdemokratie stehe, der auch mit der FPÖ koalieren würde.
Derzeit wird die SPÖ Salzburg neben Eder von den beiden Landtagsabgeordneten Barbara Thöny und Bettina Brandauer geführt.
Zusammenfassung
- Peter Eder, 56-jähriger Präsident der Arbeiterkammer Salzburg, hat angekündigt, sich um den Vorsitz der SPÖ Salzburg zu bewerben und gilt parteiintern als Wunschkandidat.
- Seine Entscheidung zur Kandidatur fiel nach über 13 Monaten als Teil einer Dreierspitze und wurde vorgezogen, nachdem ursprünglich eine Entscheidung für Anfang 2026 geplant war; der nächste Landesparteitag findet am 13. Juni 2026 statt.
