Aida Loos: "Was im Iran passiert, ist eine Revolution"

12. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Aida Loos, Schauspielerin und Kabarettistin, schildert im Newsroom LIVE ihre Erfahrungen mit der iranischen Sittenpolizei. Zudem erklärt sie, warum das Abschneiden der Haare zu einem wichtigen Symbol geworden ist und greift sogar selbst zur Schere.

Schauspielerin und Kabarettistin Adia Loos liefert im Newsroom LIVE tiefe und emotionale Einblicke zu den Protesten im Iran. Sie erzählt, dass sie für eine lange Zeit ihre iranischen Verwandten, die noch dort leben, nicht erreichen konnte. Kurz vor der Sendung rief ihre Tante zurück, doch das Telefonat endete nach kurzer Zeit. 

Sie selbst ist im Alter von vier Jahren mit ihrer Familie nach Österreich gekommen, trotzdem ist sie im Laufe ihres Lebens immer wieder in den Iran zurückgekehrt. Sie erklärt, dass Leute, die nicht dort leben, die Sittenpolizei womöglich gar nicht erkennen würden. Die Männer dieser Überwachungseinheit sind "teilweise uniformiert und zum Teil zivil". Sie selbst habe sie nicht erkannt. Doch Menschen im Iran haben laut Loos ein "geschultes Auge" und erkennen Personen der Sittenpolizei sofort. 

"Absolute Brutalität"

Die Sittenpolizei gehe mit "absoluter Brutalität" vor. Sie meint, die Polizisten würden Personen plötzlich in ein Auto zerren und "weiß der Teufel, was sie mit dir machen". Es werde viel mit Peitschenschlägen gearbeitet. Die Anzahl der Schläge hänge von dem Vergehen ab. 

Loos ist der Ansicht, dass sich die Proteste nicht mehr aufhalten lassen. Sie ist überzeugt, "was jetzt im Iran passiert, ist eine Revolution" und alles gehe in die Richtung, dass das Regime gestürzt werde.

Das ganze Interview mit Aida Loos

Welt sieht die Stärke von iranischen Frauen

Seit dem Ausbruch der Proteste haben sich immer mehr Frauen und auch Männer solidarisch mit den Iranerinnen die Haare abgeschnitten. Das Abschneiden der Haare sei zu einem "sehr wichtigen Symbol" geworden, meint die Schauspielerin. Loos greift nach der Sendung selbst zur Schere und schneidet sich für ihre "Schwestern im Iran" die Haare ab und sagt sie wünsche sich, dass diese "weiterkämpfen und sich nicht unterkriegen lassen". 

Loos wisse um die Stärke der iranischen Frauen und ist froh, dass die Welt es nun auch sehe. Sie meint es sollte nicht mehr "Kämpf, wie eine Löwin" heißen, sondern "Kämpf, wie eine Iranierin".

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz