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Afghanistan: Studenten protestieren gegen Bildungsverbot für Frauen

21. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Männliche Studierende und Professoren verlassen die Universität aus Protest gegen das Bildungsverbot für Frauen. Scharfe Kritik gibt es auch von Seiten der UN.

Männliche Studierende verlassen eine Prüfung, Professoren legen ihre Arbeit nieder. In Afghanistan regt sich der Protest gegen das von der Taliban implementierte Universitätsverbot für Frauen.

Scharfe Kritik gibt es auch vonseiten der internationalen Gemeinschaft. Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk nannte das Verbot des Universitätsbesuchs für Frauen am Mittwoch in Genf "einen erschreckenden und gemeinen Schlag" und einen "zutiefst bedauerlichen Rückschlag für das ganze Land".

Verstoß gegen internationales Recht

"Man denke nur an all die Ärztinnen, Anwältinnen und Lehrerinnen, die für die Entwicklung des Landes verloren gegangen sind und noch verloren gehen werden", teilte der Österreicher Türk mit. Den Besuch weiterführender Schulen ab der siebenten Klasse hatten die Taliban Mädchen bereits vorher verboten.

Afghanistan verstoße mit dem Ausbildungsverbot gegen internationales Recht, so Türk. "Das Recht von Frauen und Mädchen auf Bildung jeden Niveaus ohne Diskriminierung ist ein grundlegendes Recht, das nicht in Frage gestellt werden kann", teilte Türk mit.

Taliban schränken Frauen-, Freiheit-, und Medienrechte ein

Die Taliban haben seit ihrer Machtübernahme im August 2021 neben Frauen- auch Freiheits- und Medienrechte eingeschränkt. Beobachter werfen ihnen zudem gezielte Racheaktionen und Tötungen unbequemer Kritiker vor. Die humanitäre Lage im Land hat sich massiv verschlechtert. Millionen Menschen sind auf Unterstützung und Lebensmittelhilfen angewiesen. In dem Land gibt es zudem weiter regelmäßig Terroranschläge, die oft die Terrormiliz "Islamischer Staat" für sich reklamiert.

Quelle: Agenturen / Redaktion / mbe