Ärztekammer kontert Hacker: "Niemand traut sich, ihnen die Wahrheit zu sagen"

14. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Wiens Gesundheitsstadtrat Hacker werde falsch informiert, kritisiert Ärztekammerpräsident Harald Mayer auf PULS 24, aber "glauben heißt, nix wissen". Ärzte und Patienten würden resignieren. Von den Dienstgebern beschimpft zu werden, sei der falsche Weg, um Mediziner im Beruf zu halten, warnt Mayer: "Die Jungen hau'n noch viel schneller ab als wir Alten."

Die Ärztekammer warnt vor Triage in den Spitälern, dass Patienten am Gang sterben und spricht von dramatischen Arbeitsumständen für Mediziner. Der Gesundheitsverbund (Wigev) dementierte, Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) wirf der Ärzteschaft Übertreibung, Lüge und Propaganda vor.

Der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, hält dagegen. Man übertreibe "sicher nicht maßlos", so Harald Mayer. Er glaube sogar, dass Führungspersönlichkeiten wie Hacker und Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) nichts wüssten. Niemand traue sich, ihnen die Wahrheit zu sagen.

"Glauben heißt, nix wissen"

Dass der Ärztekammer nun Propaganda und Lügen vorgeworfen werden, sei "ein politischer Reflex", aber "glauben heißt, nix wissen". Hacker negiere die Realität. "Hier passieren an der Basis ganz andere Dinge wie es die politisch verantwortliche Ebene wahrnimmt." "Peter Hacker argumentiert aus seinem Wissenstand heraus und er wird offensichtlich nicht korrekt informiert."

"Die Jungen hau'n noch viel schneller ab als wir Alten"

Mediziner, genau wie Patienten, resignieren, warnt Mayer. Es sei an der Politik Arbeitsbedingungen zu schaffen, die den Beruf attraktiver machen. "Das schaffen wir nicht, indem wir von unseren Dienstgebern beschimpft werden. Die Jungen hau'n noch viel schneller ab als wir Alten." Auch, dass den Ärztinnen und Ärzten der Teuerungsbonus verweigert wurde, sei ein Zeichen von Geringschätzung.

Gleichzeitig sei das Gesundheitssystem in Österreich "ganz sicher unterfinanziert". Je schlechter die wirtschaftliche Lage ist, desto mehr würden die Leute krank. Gleichzeitig werde das Budget kleiner.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam