"Wiener Spitalsmisere": "Katastrophale Arbeitsüberlastung" bei Ärzten

13. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Wiens Spitalsärzt:innen leiden unter einer extremen Arbeitsbelastung. Ein Viertel der Ärzt:innen kann ihre gesetzlichen Ruhezeiten nicht einhalten, zeigt eine Umfrage.

Spitalsärzt:innen in Wien leiden unter einer extremen Arbeitsbelastung – das zeigt der zweite Teil einer Umfrage von Markt- und Meinungsforscher Peter Hajek, die am Dienstag in einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. 

"Die katastrophale Arbeitsüberlastung unter Wiens Spitalsärztinnen und -ärzten ist ein weiterer tragischer Beweis für das Ausmaß der Wiener Spitalsmisere", meint der Vizepräsident der Wiener Ärztekammer Stefan Ferenci.

Unzufrieden und überarbeitet

Die Umfrageergebnisse zeigen: Wiens Spitalärzt:innen sind zu einem hohen Prozentsatz unzufrieden mit den beruflichen Rahmenbedingungen und leiden unter einer starken Arbeitsüberlastung.

Nur 22 Prozent der befragten Ärzt:innen sind mit ihrem beruflichen Alltag zufrieden. Gerade einmal 11 Prozent schaffen ihr tägliches Arbeitspensum ohne Überstunden. 25 Prozent können ihre gesetzlichen Ruhezeiten nicht einhalten – dabei handelt es sich um einen Bruch des Arbeitsrechts.

"Wir können es den Beschäftigten im Gesundheitsbereich nicht länger zumuten, unter diesen Bedingungen arbeiten zu müssen. Durch die katastrophalen Rahmenbedingungen im Spital gefährdet die Wiener Stadtregierung die Sicherheit der Patientinnen und Patienten, wie ja auch Patientenanwalt Gerhard Jelinek erst kürzlich festgestellt hat", so Ferenci.

Rasche innovative Lösungen benötigt

Um die Forderung "Mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten" zu erfüllen, brauche es "genügend Personal sowie eine Entlastung von allen nicht ärztlichen Tätigkeiten", erklärte Ferenci. Die Ärztekammer forderte die Stadt Wien und den Wiener Gesundheitsverbund dazu auf, "rasch innovative Lösungen für die drängenden Probleme in den Wiener Spitälern zu finden". Die Ärztekammer stehe dabei "jederzeit für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zur Verfügung", betont Ferenci.

Quelle: Redaktion / ddj