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Abwerzger schließt Koalition mit Mattle per se nicht aus

12. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Tirols FPÖ-Obmann Markus Abwerzger schließt eine mögliche Zweierkoalition mit der ÖVP unter einem Landeshauptmann Anton Mattle "per se nicht aus". Mattle müsse aber beweisen, dass er sich vom "System ÖVP" und Noch-Landeshauptmann Günther Platter emanzipiere, sagte Abwerzger am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Mit "Toni Mattle" gehe man gerne auf ein Bier, als Landeshauptmann könne er, Abwerzger, ihn sich derzeit aber nicht vorstellen.

Der ÖVP-Obmann und Spitzenkandidat "muss sich bewegen", nur glaube er derzeit nicht, dass dieser "eine solche Bewegung in Gang setzen kann", so Abwerzger, fügte jedoch hinzu: "Aber man wird oft überrascht". Sollte die Volkspartei, wie derzeit Umfragen mitunter ausweisen, sogar unter 30 Prozent fallen, werde sich Mattle ohnehin nicht halten können. Die Freiheitlichen, denen derzeit Zugewinne prognostiziert werden, "können, aber müssen nicht regieren", machte der Landesparteiobmann einmal mehr klar. Er betonte erneut seine gute Gesprächsbasis mit der "zweiten und dritten Reihe" in der ÖVP: "Mit denen kann man verhandeln".

Abwerzger und sein Generalsekretär Patrick Haslwanter präsentierten am Freitag indes die erste Plakatwelle sowie das blaue Wahlprogramm mit dem Titel "Friede. Freiheit. Wohlstand. Sicherheit." In der ersten Welle ist der Parteichef auf den Plakaten noch nicht zu sehen, das werde dann in der zweiten Serie der Fall sein, kündigte Haslwanter an, der Abwerzger "unseren Spitzenkandidaten und Landeshauptmannkandidaten" nannte. Die erste Welle bringt - wie angekündigt - die Themen Asyl/Sicherheit, Corona, Teuerung und Neutralität aufs Tapet. "Kein Platz für kriminelle Asylanten: Abflug statt Asylbwetrug" wird da etwa affichiert, mit einem startenden Flugzeug im Hintergrund.

Erneut sah Abwerzger eine drohende Migrantenwelle auf Tirol und Österreich zukommen und forderte unter anderem schnellere Asylverfahren nach dem Schweizer Modell sowie "Ehrlichkeit" bei den Asylzahlen. Asyl dürfe nur "echten Flüchtlingen" gewährt werden, nicht Wirtschaftsflüchtlingen. Im Land würden die Freiheitlichen zudem auf einen "Landesrat für Remigration und Rückführung" pochen, sollte man in Regierungsverhandlungen treten.

In Sachen Corona machte Abwerzger klar, dass es mit der FPÖ in einer Landesregierung keinen weiteren Lockdown geben werde. Entsprechend plakatiert man auch "Vernunft statt Panik: Nie wieder Lockdown", mit einem Masken-tragenden Mädchen. Tirol habe sich in der Vergangenheit "in die Isolation getestet" und sinnlose Tests an Symptomlosen durchgeführt, die viele Millionen Euro verschlungen hätten. Zudem hätten die ÖVP und Platter "verfassungswidrige Verordnungen" zu verantworten. Bei der Teuerung nahm der blaue Spitzenkandidat den landeseigenen Energieversorger Tiwag in die Pflicht. "Raus mit den Millionen. Sofort", richtete er dem Unternehmen aus, das seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung nachkommen müsse. Scharf attackierte er dabei Mattle, der die Menschen an der Nase herumführe, indem er diese Woche plötzlich in seiner Eigenschaft als Tiwag-Aufsichtsratsvorsitzender eine Sonderdividende des Stromversorgers ankündigte. Einzig allein die Landesregierung und Platter hätten die Kompetenz dazu, deshalb fordere er ein "Machtwort" des Noch-Landeschefs. Im Übrigen sei es ein Unding, dass aktive Politiker in Aufsichtsräten von Landesunternehmen sitzen. Mit der FPÖ in einer Regierung werde es das nicht mehr geben.

Ende August startet Abwerzger, neben einer bereits laufenden Tour durch diverse Tiroler Feste, dann seine Kundgebungs-Tour in Kitzbühel. Am 10. September kommen Bundesparteiobmann Herbert Kickl und Präsidentschaftskandidat Walter Rosenkranz zum offiziellen Wahlkampf-Auftakt in den Innsbrucker Congress. Und am 23. September folgt die Schlusskundgebung mit Rosenkranz in Telfs.

Quelle: Agenturen