APA - Austria Presse Agentur

Abgabenlast steigt, "Tax Freedom Day" heuer zehn Tage später

14. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Bis zum 15. August, zehn Tage später als im Vorjahr, werden die Steuerzahler in Österreich ihre Steuern und Abgaben bezahlt haben, rein rechnerisch können sie erst ab diesem Tag über ihre Einkommen frei verfügen. Das hat das wirtschaftsliberale Austrian Economics Center (AEC) berechnet - wobei die Ermittlung dieses symbolischen Stichtags im Ausnahmejahr 2020 besonders unsicher ist.

Bis zum 15. August, zehn Tage später als im Vorjahr, werden die Steuerzahler in Österreich ihre Steuern und Abgaben bezahlt haben, rein rechnerisch können sie erst ab diesem Tag über ihre Einkommen frei verfügen. Das hat das wirtschaftsliberale Austrian Economics Center (AEC) berechnet - wobei die Ermittlung dieses symbolischen Stichtags im Ausnahmejahr 2020 besonders unsicher ist.

Wegen der radikalen Veränderungen in diesem Jahr habe man für die Berechnung vor allem nur Hochrechnungen und Prognosen zur Verfügung gehabt, räumt AEC-Direktorin Barbara Kolm ein. Kolm ist auch Präsidentin des Friedrich August v. Hayek Instituts.

"Wir ziehen dafür alle derzeit vorhandenen Prognosedaten für das laufende Jahr heran", erklärte AEC-Mitarbeiter Martin Gundinger, der die Berechnungen für Österreich durchgeführt hat, laut Mitteilung. Abhängig davon, wie sich die Coronavirus-Pandemie und die wirtschaftlichen Einschränkungen weiter entwickeln, könnte das noch drastische Auswirkungen auf die Steuerbelastung haben.

Zur Bestimmung des "Steuerzahlertages" werden Steuern und Abgaben (direkte Steuern wie die Lohnsteuer, indirekte wie Mehrwert-, Mineralölsteuer) ins Verhältnis zum Einkommen der Haushalte und Unternehmen gesetzt.

Die Abgabenquote, die am Bruttoinlandsprodukt gemessen wird, wäre zwar deutlich niedriger als 50 Prozent, aber durch die Messung am BIP komme es zu Verzerrungen, argumentiert Gundinger, denn das BIP sei höher als das tatsächliche Volkseinkommen.

"Wichtig wäre in der derzeitigen Krisensituation eine deutliche Senkung der Abgaben, um den Bürgern die Mittel zu lassen, die zu einer Erholung der Wirtschaft notwendig sind", fordert Kolm. "Eine Erhöhung der Ausgaben hingegen ist zwar verlockend, weil sie kurzfristig Hilfe verspricht - das rächt sich jedoch mittelfristig."

Quelle: Agenturen