APA/TOBIAS STEINMAURER

1.600 Anzeigen bei Wiener Autokonvoi

12. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Bei dem untersagten Autokorso von Corona-Maßnahmengegnern Freitagnachmittag in Wien hat es 1.605 Anzeigen, 41 Organmandaten, drei Kennzeichenabnahmen und zwei Führerscheinabnahmen gegeben, teilte die Polizei am Samstag mit.

Der Autokorso war wegen Abgas- und Lärmbelastung sowie Blockade-Ankündigungen untersagt worden, tausende Pkws und Lkws waren trotzdem vor allem auf der Ringstraße unterwegs gewesen und machten durch Hupen und Transparente auf sich aufmerksam.

Konvoi nach kanadischen Vorbild geplant

Videos auf Twitter zeigten, wie Fahrzeuge hupend oder mit Österreich-Fahnen bestückt, direkt an Polizisten vorbeifuhren. Neben der Untersagung der Veranstaltung gilt in Wien auch ein generelles Hupverbot. Deswegen kam es auch zu den tausenden Anzeigen. Die Polizei hatte die Versammlung wegen der Emissions- und Lärmbelastung, aber auch aus Sorge vor einer Totalblockade des Verkehrs nicht zugelassen.

PULS 24 Reporterin Sabine Loho hat vom Demo-Autokorso am Wiener Ring berichtet.

Bereits am Vormittag begannen die Wiener Einsatzkräfte, mit Unterstützung von Polizeidienststellen in anderen Bundesländern, mit schwerpunktmäßigen Verkehrskontrollen an den Zufahrtsstrecken nach Wien als auch im Stadtgebiet selbst. Durch diese zahlreichen und umfangreichen Kontrollen sei ein geschlossenes Anreisen von offensichtlich organisierten Fahrzeugkonvois verhindert worden.

Vorbild des Wiener Korsos waren offenbar kanadische Trucker-Proteste. Die Stadtverwaltung der kanadischen Hauptstadt Ottawa musste wegen der Straßenblockaden mit riesigen Trucks inzwischen den Ausnahmezustand ausrufen. Der sogenannte Freiheitskonvoi der Lkw-Fahrer begann aus Protest gegen die Impfpflicht bei Grenzübertritten, die Mitte Jänner von Kanada und den USA eingeführt worden war. Ungeimpfte kanadische Lkw-Fahrer müssen demnach bei Rückkehr aus den USA in eine 14-tägige Quarantäne, US-Fahrer ohne Impfung dürfen gar nicht ins Land.

Nach über einwöchigen Protesten gegen Corona-Maßnahmen und Impfvorschriften in der kanadischen Hauptstadt Ottawa hatte Bürgermeister Jim Watson den Notstand ausgerufen.

Am Nachmittag bewegten sich zwar diverse Fahrzeugkolonnen aus Pkws, Lkws und Wohnmobilen entlang des Rings, doch durch die zahlreichen Verkehrskontrollen und weiteren Maßnahmen der Polizei sei eine Blockade des Straßenverkehrs verhindert worden. Es habe nur temporäre Verkehrsbeeinträchtigungen gegeben, teilte die Polizei mit.

Quelle: Agenturen