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13 Zivilisten bei Luftangriff im Norden des Jemen getötet

Juni 16, 2020 · Lesedauer 2 min

Bei einem Luftangriff der von Saudi-Arabien angeführten Koalition im Norden des Bürgerkriegslandes Jemen sind mindestens 13 Zivilisten getötet worden. Unter den Opfern seien auch vier Kinder, teilte die Hilfsorganisation Save the Children mit.

Ein Sprecher des von den Houthi-Rebellen kontrollierten jemenitischen Gesundheitsministeriums erklärte, der Angriff in der Provinz Saada habe ein Fahrzeug getroffen. Alle Insassen kamen demnach ums Leben.

Die Koalition um Saudi-Arabien wiederum teilte am Dienstag mit, sie habe eine ballistische Rakete zerstört, welche die Houthis auf Saudi-Arabien abgefeuert hätten. Ziel des Geschoßes sei die Grenzstadt Najran im Süden Saudi-Arabiens gewesen, wie die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA meldete.

Save the Children forderte einen sofortigen Stopp aller Feindseligkeiten in dem bitterarmen Land. Die neue "Tragödie" sei ein weiterer Beweis, dass der Krieg noch lange nicht vorbei sei, auch wenn ihn viele Menschen nicht mehr auf dem Radar hätten.

Im Jemen tobt seit mehr als fünf Jahren ein Bürgerkrieg. Die Houthis kontrollieren große Teile des Landes im Süden der Arabischen Halbinsel, darunter die Hauptstadt Sanaa. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition unterstützt die international anerkannte Regierung im Kampf gegen die vom Iran unterstützten Rebellen. Bei Luftangriffen des Bündnisses sterben immer wieder Zivilisten.

Der Konflikt hat im Jemen eine humanitäre Katastrophe verursacht. Rund 80 Prozent der Bevölkerung sind nach Angaben der UNO auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Corona-Pandemie verschlimmert die Lage. Offiziell sind im Jemen bisher mehr als 800 Infizierte gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher sein.

Quelle: Agenturen