APA - Austria Presse Agentur

"Zahlreiche und gravierende Mängel" beim Heeresgeschichtlichen Museum

23. Okt 2020 · Lesedauer 1 min

Der Rechnungshof (RH) stellt in einem am Freitag veröffentlichten Bericht zum Heeresgeschichtlichen Museum (HGM) "gravierende Mängel" fest.

Das Heeresgeschichtlichen Museum würde rechtliche Vorschriften nicht beachten, ein gesamthafter wirtschaftlicher Überblick fehle und es gebe Missstände im Bereich der Sammlungen. Diese Mängel ortet der Rechnungshof in einem aktuellen Bericht. Auch mögliche strafrechtlich relevante Tatbestände kamen ans Licht.

"Enormer Handlungsbedarf"

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) sieht in einer ersten Reaktion "enormen" Handlungsbedarf. "Wir werden hier nicht tatenlos zusehen", so die Ministerin in einem Statement. Man werde die Direktion des Museums "in Kürze neu ausschreiben und beurteilen, welche weitere Maßnahmen zu treffen sind".

Der RH kritisiert in dem 138 Seiten umfassenden Bericht auch das Ministerium selbst, das seine Dienst- und Fachaufsicht "nur unzureichend" wahrgenommen habe, weshalb eine Evaluierung der Organisationsform empfohlen wird.

Neben den "zahlreichen und gravierenden Mängeln in der Führung des Heeresgeschichtlichen Museums" kritisieren die Prüfer auch das "Fehlen von Compliance-Bewusstsein". Ein weiterer Kritikpunkt richtet sich gegen den Umgang des Direktors mit dem Haus nahe stehenden Vereinen. HGM-Direktor M. Christian Ortner habe zur Zeit der Prüfung mehrere Vorstandsfunktionen in Vereinen innegehabt, die dem Museum nahestehen. Der Rechnungshof kritisiert, dass mehrere Vereine ohne Genehmigung des Ministeriums ihren Vereinssitz an der Adresse des Heeresgeschichtlichen Museums haben.

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe