APA/APA/dpa/Horst Ossinger

Winnetou darf nach Fake-Shitstorm wieder im ORF reiten

09. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Es ist wieder etwas ruhiger um Winnetou geworden. Im Sommer hatte die Zurücknahme eines Winnetou-Kinderbuchs zu einer Welle von Berichterstattung über angebliche kulturelle Aneingnung und "Cancel Culture" geführt.

Der ORF hat nun Ausstrahlungslizenzen für "Winnetou I", "Winnetou II" und "Winnetou III" erworben und setzt die Trilogie zu den Weihnachtsfeiertagen ins Programm von ORF 2, wie ein Sprecher auf APA-Anfrage bestätigte.

Wann genau die Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand zu sehen sind, ist noch offen. Die drei Filme sind Teil eines Klassikfilmpakets, das der ORF während der Feiertage im Vormittags- und Nachmittagsprogramm ausstrahlt. Es beinhaltet u.a. auch die "Sisi"-Trilogie, "Sound of Music" und "Der kleine Lord".

Kritik an neuem Winnetou-Kinderbuch

Ende August hatte sich eine Debatte um kulturelle Aneignung und Rassismus entzündet, nachdem der Ravensburger Verlag zwei Bücher zum Film "Der junge Häuptling Winnetou" sowie ein Puzzle und ein Stickerbuch aus dem Verkauf genommen hatte. Der Verlag begründete seine Entscheidung mit dem Feedback von Nutzerinnen und Nutzer, das gezeigt habe, "dass wir mit den Winnetou-Titeln die Gefühle anderer verletzt haben".

Etliche Personen äußerten daraufhin ihr Unverständnis und bezichtigten die Firma etwa der Zensur oder des Einknickens vor Kritik. Es gab aber auch Unterstützung für die Entscheidung.

Mehr dazu:
 

Vermeintliche "Cancel Culture"

Boulevard-Medien konstruierten aus der Kritik am Kinderbuch einen vermeintlichen koordinierten Shitstorm auf sozialen Medien und Cancel Culture gegen Winnetou. Zahlreiche Politiker, Prominente und auch Medien sprangen auf. Es kam auch zu Falschmeldungen, dass Fernsehsender die alten Winnetou-Filme aus dem Programm nehmen würden.

Tatsächlich hatte es bis zu den ersten Boulevard-Artikeln kaum Reaktionen in sozialen Medien gegeben, wie die Analyse eines Content-Marketing-Analysten zeigte. Der vermeintliche Shitstorm war herbeigeschrieben und erst die Berichte lösten eine tatsächliche Welle an negativen Kommentaren wegen vermeintlicher Zensur aus.

Mehr dazu:

Quelle: Agenturen / Redaktion / hos