Wiesbaden: Erste deutsche Museumsschau zu Wolfgang Hollegha
Am 4. März 1929 in Klagenfurt geboren, besuchte Wolfgang Hollegha 1947 bis 1954 die Akademie der bildenden Künste in Wien und gründete 1956 mit Markus Prachensky und Arnulf Rainer die "Malergruppe St. Stephan" um den Kirchenmann und Kunstfreund Monsignore Otto Mauer: 1958 erhielt Hollegha den Guggenheim-Preis, 1959 wurde er vom New Yorker Kunstkritiker Clement Greenberg entdeckt, der ihn zu einer Gruppenausstellung mit den Stars der abstrakten Malerei wie Morris Louis, Barnett Newman, Kenneth Noland und David Smith einlud. 1960 holte Greenberg den jungen Österreicher auch zu einer Einzelpräsentation nach New York. 1964 und 1966 stellte Hollegha im Guggenheim Museum aus.
Er entschied sich trotz dieser Erfolge jedoch, nach Österreich zurückzukehren. Hollegha kaufte mit seiner Frau einen 400 Jahre alten, halb verfallenen Bergbauernhof am Rechberg nördlich von Graz, baute ihn um und schuf neben seiner langjährigen Tätigkeit als Professor an der Akademie der bildenden Künste in der Abgeschiedenheit ein umfangreiches Werk, über das die damalige Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) bei seinem Tod meinte: "Ohne das Werk von Wolfgang Hollegha wäre die österreichische Kunstgeschichte anders geschrieben worden."
Dieses Werk wird in Wiesbaden mit Arbeiten seiner amerikanischen Zeitgenossen konfrontiert, ist die Sammlung Reinhard Ernst doch ausschließlich der abstrakten Malerei und Skulptur nach 1945 gewidmet. Hollegha ist in dem nach einem Entwurf des japanischen Pritzker-Preisträgers Fumihiko Maki gebauten Museum daher im Dialog mit prominenten Vertretern des Abstrakten Expressionismus wie Jackson Pollock, Helen Frankenthaler oder Morris Louis zu erleben.
(S E R V I C E - Ausstellung "Wolfgang Hollegha. Denk nicht, schau!", Museum Reinhard Ernst, Wiesbaden, Wilhelmstraße 1, 15.3.-25.10., Di-So 12-18 Uhr, Mi 12-20 Uhr, https://www.museum-re.de/de/museum/museum/ )
Zusammenfassung
- Das Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden zeigt ab 15. März 2024 die erste große museale Einzelausstellung des österreichischen Malers Wolfgang Hollegha (1929-2023) in Deutschland.
- Die Ausstellung ‚Wolfgang Hollegha. Denk nicht, schau!‘ präsentiert sein Werk im Dialog mit amerikanischen Zeitgenossen wie Jackson Pollock und Helen Frankenthaler und läuft bis 25. Oktober 2024.
- Hollegha, der 1958 den Guggenheim-Preis erhielt und 1964 sowie 1966 im Guggenheim Museum ausstellte, kehrte trotz internationaler Erfolge nach Österreich zurück und prägte die abstrakt-expressive Malerei nachhaltig.
