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Wiener Musicalherbst mit "Rebecca" und einem "Glöckner"

28. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Mit Hitchcock und Hugo locken die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) im Herbst die Musicalfreunde: Im Raimund Theater wird am 22. September die hier 2006 uraufgeführte Eigenproduktion "Rebecca" die aktuell noch gespielte "Miss Saigon" ablösen. Und im Ronacher folgt am 8. Oktober als Österreichpremiere der Disney-Hit "Der Glöckner von Notre Dame" auf den Lloyd-Webber-Klassiker "Cats". VBW-Musicalintendant Christian Struppeck hat also gleich zwei große Premieren parallel zu stemmen.

Für die "Rebecca" des Erfolgsduos Sylvester Levay und Michael Kunze steht dabei mit Francesca Zambello die Originalregisseurin aus 2006 zur Verfügung. Und doch sollen die Fans durchaus eine modernisierte Fassung des bereits von Hitchcock adaptierten Stoffes nach Daphne du Maurier zu sehen bekommen. "Wir stellen nicht das Original 1:1 nach, sondern machen eine behutsame Modernisierung. Wir wollen neue Ideen, keine exakte Kopie", unterstreicht Struppeck im APA-Interview.

Dass die "Rebecca", die in Produktionen weltweit über zwei Millionen Zuschauer anzog, damit wieder nach Wien zurückkehrt, wo der einst letzte Vorhang Ende 2008 fiel, freut Struppeck besonders: "Das ist das einzige von unseren Stücken, das nie in Wien wiederholt wurde. Insofern ist es schön, es sich jetzt nochmals vorzunehmen."

Es sei übrigens kein Hinweis auf eine schlechte Auslastung, dass damit "Miss Saigon" nach einer Saison abgelöst wird. "Für Coronazeiten läuft es eigentlich ganz gut", so der Musicalchef. Die Menschen würden sich langsam an den Gedanken gewöhnen, dass in den Häusern wieder gespielt werde. Eine etwaige Verlängerung von Produktionen sei im Musicalbereich aber nur schwer zu bewerkstelligen. "Wir müssen immer alle Bühnenbilder europaweit ausschreiben - allein deshalb haben wir unglaublich lange Vorlaufzeiten. Eine Verlängerung ist unter besonderen Voraussetzungen in Ausnahmen denkbar, aber meistens rein technisch gar nicht möglich."

Und so startet bereits am morgigen Dienstag der Vorverkauf für die im September startende Show - was auch für den "Glöckner" gilt, die 1999 uraufgeführte Disney-Produktion. "Beide Shows haben Kultcharakter unter den Darstellern, und so hatten wir für beide Shows unglaublich viele Bewerbungen", sieht Struppeck Parallelen bei den ansonsten recht unterschiedlichen Stücken.

Regie führt hier Scott Schwartz, Sohn des "Glöckner"-Liedtexters Stephen Schwartz. "Wir arbeiten auch hier mit dem Originalteam zusammen, dass dann auch das Pouvoir hat, kleinere Dinge zu verändern. Es wird also eine Vienna Version geben", verspricht der VBW-Musicalchef. Bei aller Familientauglichkeit soll das auf dem gleichnamigen Disney-Film nach Victor Hugo beruhende Stück dabei ernster und dunkler werden. "Der Film bleibt aber natürlich mit seinen Songs das Herzstück", so Struppeck. Die Musik komponierte hier schließlich der achtfache Oscar-Preisträger Alan Menken.

Wenn "Rebecca" und "Der Glöckner von Notre Dame" dann abgespielt sein werden, steht wieder eine neue VBW-Eigenproduktion am Tapet, kündigt Struppeck an: "Wir arbeiten ja schon eine ganze Weile parallel an mehreren neuen Stücken. Der Termin 2022 hat sich aber covidbedingt etwas verschoben, weil wir keine notwendigen Workshops in Wien vor Ort abhalten konnten." 2023 soll es dann jedoch soweit sein.

(S E R V I C E - www.musicalvienna.at/de/home)

Quelle: Agenturen