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Veszprem eröffnete Kulturhauptstadtjahr mit Spektakel

22. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Mit einem multimedialen Spektakel unter dem Motto "Erstrahle!" hat das ungarische Veszprem am Samstagabend sein Europäisches Kulturhauptstadt-Jahr eingeläutet. Volkstänze, moderne Choreographien, musikalische Einlagen und fantasievolle Lichtinstallationen reflektierten die Geschichte der 60.000-Einwohner-Stadt im Westen Ungarns sowie das Leben ihrer Bewohner.

Die Szenenfolge strich die zentrale Rolle der mittelalterlichen bayerischen Herzogstochter Gisela für Veszprem hervor. Als Ehefrau des Königs und Reichsgründers Stephan war sie Ungarns erste Königin. Stephan zwang die bis dahin heidnischen Ungarn zur Übernahme des Christentums. Zahlreiche Priester und Schriftgelehrte, die Gisela nach Ungarn begleitet hatten, unterstützten diesen Prozess.

Veszprem hatte sich die Königin als ihre Residenz gewählt. Eine acht Meter hohe Puppe stellte beim Eröffnungsschauspiel Gisela dar. Mit der Stimme, die ihr eine Schauspielerin verlieh, geleitete die überlebensgroße Figur das Publikum durch das Programm.

Das Spektakel, das sich simultan an drei Schauplätzen der Stadt abspielte, ging auf ein Konzept des Kreativ-Direktors von Veszprem 2023, Janos Can Togay, zurück. Der 67-jährige Filmregisseur war von 2008 bis 2014 Direktor des ungarischen Kulturinstituts Collegium Hungaricum in Berlin.

Offiziell präsentiert sich Veszprem als Europäische Kulturhauptstadt zusammen mit der umliegenden Plattensee-Region. Attraktiv ist die Stadt allein schon durch ihre Lage. Sie erhebt sich auf fünf Hügeln, dazwischen schlängelt sich das Flüsschen Sed. Der Stadtkern aus dem 18. und 19. Jahrhundert vermittelt Heimeligkeit. Die Renovierung der imposanten Burg auf einem Berg soll im Kulturhauptstadt-Jahr weitgehend abgeschlossen werden.

Bisher konnte sich Veszprem mit Musikfestivals - von Klassik über Jazz und Chormusik bis zu Straßenmusik - überregional positionieren. Sie spielen im Kulturhauptstadt-Jahr eine prominente Rolle. Ein Novum wird die Nutzung des stillgelegten Heizkraftwerkes in Inota bei Veszprem darstellen. Im Sommer soll der bizarre Industriefriedhof zum Schauplatz eines Festivals für elektronische Musik werden. Weitere Akzente setzt das Kulturhauptstadt-Programm auf Gastronomie und Wein. Die Winzer am hügeligen Nordufer des Plattensees kreieren immer wieder Spitzenweine.

Europäische Kulturhauptstädte sind im Jahr 2023 außerdem noch das rumänische Temeswar und das griechische Eleusis. Veszprem führte am Samstag den Reigen der Eröffnungen an.

(S E R V I C E - https://veszprembalaton2023.hu/de)

Quelle: Agenturen