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Türkische Behörden verbieten zwei Metal-Konzerte

Heute, 15:40 · Lesedauer 1 min

Die türkischen Behörden haben zwei Metal-Konzerte in Istanbul verboten sowie Veranstaltungen am Austragungsort für zwei Tage untersagt. Die Auftritte der russischen Deathcore-Band Slaughter to Prevail und der polnischen Blackmetal-Band Behemoth im Kulturzentrum Zorlu seien gestrichen, so der Landrat des Bezirks Besiktas. Die Veranstaltungen lösten wegen ihrer Unvereinbarkeit mit den gesellschaftlichen Werten breite Ablehnung in Teilen der Bevölkerung aus, so die Begründung.

Der Istanbuler Gouverneur Davut Gül schrieb auf der Plattform X: "Bis heute ist in Istanbul keinerlei Tätigkeit erlaubt worden, die die Gesellschaft verdirbt, und dies wird auch künftig nicht erlaubt werden." Türkische Medien hatten die Gruppen zuvor als religionsfeindlich beschrieben.

Alex Terrible, Sänger der Band "Slaughter to Prevail", sagte auf der Plattform Instagram, dies sei eine "sehr traurige Situation". Er sei darüber informiert worden, dass das Konzert aufgrund von Druck aus islamistischen Kreisen abgesagt worden sei. Diese hätten die Ansicht verbreitet, dass die Band satanistische Propaganda verbreite. "Das ist völlig falsch. Ich glaube an Gott", sagte er.

Im Istanbuler Zentrum Zorlu finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt, darunter Konzerte, Theaterstücke und Musicals. Eine Stellungnahme des Kulturzentrums lag zunächst nicht vor.

Zusammenfassung
  • Die türkischen Behörden haben zwei Metal-Konzerte der Bands 'Slaughter to Prevail' aus Russland und 'Behemoth' aus Polen im Kulturzentrum Zorlu in Istanbul verboten und sämtliche Veranstaltungen am Austragungsort für zwei Tage untersagt.
  • Die Behörden begründen das Verbot mit einer 'Unvereinbarkeit mit den gesellschaftlichen Werten' und breiter Ablehnung in Teilen der Bevölkerung, während türkische Medien die Bands als religionsfeindlich beschrieben.
  • Sänger Alex Terrible wies auf Instagram Vorwürfe satanistischer Propaganda zurück und erklärte, das Konzert sei aufgrund von Druck aus islamistischen Kreisen abgesagt worden.