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Der Tiroler Landesmuseen-Umbau ist voll auf Schiene

Heute, 13:00 · Lesedauer 4 min

Der Umbau des Tiroler Landesmuseen-Haupthauses Ferdinandeum, der Anfang 2028 beendet sein soll, schreitet weiter voran. Sowohl die anvisierten Kosten von rund 60 Millionen Euro als auch die Bauzeit sollen halten, versicherte Landesmuseen-Direktor Andreas Rudigier am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Inhaltlich setzt man 2026 etwa im Tiroler Panorama auf das 50-Jahr-Jubiläum der Olympischen Winterspiele. Die Osttiroler Römerstadt soll in die Landesmuseen integriert werden.

Ebenjenes Anliegen, bis 2026 zu den Tiroler Landesmuseen zu gehören, war von Seiten des Vereinsobmanns von "Aguntum" im Osttirol Dölsach, Leo Gomig, zuletzt im August 2025 formuliert worden. Nunmehr stehe die Eingliederung fest, verkündete Rudigier. "Sie wird im ersten Halbjahr 2026 passieren", sagte der Direktor bei der Jahrespressekonferenz der Landesmuseen.

Neben dieser Eingliederung, dem Umbau des Ferdinandeums und dessen "Unterwegs-Programms" - also das Programm des Ferdinandeums in dessen Schließzeit des Haupthauses an anderen Orten - werde es im laufenden Jahr wiederum einiges an Programm in den weiteren Häusern der Landesmuseen geben. Dies betraf vor allem das Zeughaus, das Tiroler Panorama und das Volkskunstmuseum.

Die Olympia-Ausstellung im Tirol Panorama widmet sich 2026 Objekten aus dem Umfeld der Olympischen Winterspiele in Innsbruck im Jahr 1976. Zu sehen sind dort etwa Maskottchen, "Schneemandeln" und Medaillen. Im Tiroler Volkskunstmuseum zeigt man unter dem Titel "Aufgespürt" wie Objekte ins Museum kommen und wem ein "Kunstwerk früher gehört hat". Dem Sport widmet sich neben dem Tiroler Panorama auch das Zeughaus. Unter dem an Rainhard Fendrichs gleichnamigen Lied angelehnten Titel "Es lebe der Sport!?" befasst man sich dort mit dessen großer Bedeutung in Tirol.

"Unterwegs" bzw. auswärts "tätig" ist das Ferdinandeum etwa im Kunstraum, wo unter anderem Werke der österreichischen Künstlerin Magdalena Frauenberg zu sehen sind. Max Weiler wiederum wird in Schwaz im Rabalderhaus ausgestellt. Auch Osttirol ist auf der Landkarte der Landesmuseen zu finden: Auf Schloss Bruck in Lienz widmet man sich zu dessen 100. Todestag dem Maler Albin Egger-Lienz.

"Handbuch" soll bald finalisiert werden

Weiters sei man dabei, "das Handbuch für das Ferdinandeum-Neu bald zu finalisieren". In diesem soll die exakte Positionierung des Ferdinandeums als "Haus der Kunst" festgeschrieben sein. Zuvor müsse das Haupthaus aber noch "nach oben gehen", bemerkte Landesmuseen-Direktor Rudigier. "Ab jetzt geht es jedenfalls bergauf und das Haus wird langsam wachsen", spielte Rudigier auf den Abbruch und den jetzigen Neubau eines Teils des Hauses an.

Auf ebenjene Baustelle nahm auch Tirols Landeshauptmann und Kulturreferent Anton Mattle (ÖVP) Bezug. Diese "stoppe die Kreativität nicht" und die Schließphase diene nicht zuletzt auch dazu, den Strategieprozess für die Neuausrichtung der Landesmuseen-Häuser voranzutreiben. Auch in die Zukunft blickte Mattle bereits: "Ich freue mich schon auf die weit geöffneten Türen des Ferdinandeums hin zur Stadt nach dessen Neueröffnung."

Tirols Landeshauptmann für personelle "Kontinuität" bei Landesmuseen

Neben dieser verstärkten Öffnung des Haupthauses hin zur Stadt brauche es aber auch "Kontinuität", sagte Mattle am Rande der Veranstaltung zur APA in Hinblick auf eine Vertragsverlängerung von Andreas Rudigier. Dieser hatte im Juli letzten Jahres bei einem Pressegespräch erklärt, auch über seinen seit Dezember 2023 laufenden Fünf-Jahres-Vertrag hinaus bleiben zu wollen. "Museumsarbeit braucht eine gewisse Kontinuität, welche mit Rudigier gewährleistet wäre", betonte Mattle. Rudigier erlebe er "als äußerst konsequent und äußerst kreativ" und dieser arbeite "ganz in meinem Sinne". Er habe ihn allerdings "im Zusammenhang mit einer Vertragsverlängerung noch nicht kontaktiert" und es obliege dem Direktor, "ihn darauf anzusprechen".

Jahr 2025 brachte 328.822 Besucher

2025 begrüßten die Häuser der Tiroler Landesmuseen übrigens 328.822 Besucherinnen und Besucher. Im Vergleichszeitraum 2024 hatten - Kooperationsausstellungen mit anderen Museen inklusive - 539.480 Besucher ihren Weg in eines der Häuser und eine dortige Ausstellung gefunden.

Zusammenfassung
  • Der Umbau des Tiroler Landesmuseen-Haupthauses Ferdinandeum verläuft planmäßig und soll Anfang 2028 mit einem Budget von rund 60 Millionen Euro abgeschlossen werden.
  • Die Osttiroler Römerstadt Aguntum wird im ersten Halbjahr 2026 in die Tiroler Landesmuseen integriert, wie Direktor Andreas Rudigier bestätigte.
  • Im Jahr 2025 besuchten 328.822 Menschen die Tiroler Landesmuseen, im Vergleich zu 539.480 Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2024.