APA - Austria Presse Agentur

Tanzszene fürchtet in der Coronakrise um Existenz

26. März 2021 · Lesedauer 2 min

Österreichs Tänzerinnen und Tänzer sowie Tanzstudios fürchten in der Coronakrise zunehmend um ihre Existenz. Wie eine Umfrage von vidaflex, einer gewerkschaftlichen Initiative für Ein-Personen-Unternehmen und neue Selbstständige, zeigt, habe sich für viele Betroffene die "ohnehin schon prekäre Lage" durch den monatelangen Lockdown nochmals verschärft. Von der Bundesregierung forderte man einen runden Tisch.

500 Personen haben laut Aussendung vom Freitag an der Umfrage teilgenommen. "Die Situation ist besorgniserregend, da die Betroffenen aufgrund von jahrelanger Arbeit unter prekären Bedingungen kaum Rücklagen bilden konnten", so Christoph Lipinski von vidaflex. Zu den finanziellen Ausfällen aufgrund von Absagen würden sich mittlerweile "Existenzängste und weitgehende Perspektivenlosigkeiten" gesellen. Die Einkommen der freien Tanzszene seien auch ohne Corona im unteren Segment angesiedelt, verdiene doch fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer weniger als 11.000 Euro brutto jährlich.

Nadja Puttner, Sprecherin der Initiative Tanz und Bewegungskunst Österreich, verwies auf die lange Ausbildungszeit für Tänzerinnen und Tänzer. "Trotzdem werden sie bei Produktionen meistens am schlechtesten bezahlt." Dieser "Missstand" müsse dringend beseitigt werden. Die soziale Absicherung betrachten 80 Prozent der Befragten als nicht ausreichend, wobei allen voran der Wunsch nach Krankengeld ab dem ersten Tag, Mindesthonorare und eine bessere Unfallversicherung als Ziele genannt wurden.

Von der Bundesregierung erhofft man sich einen runden Tisch. Klare Informationen zum künstlerischen Tanz gebe es immer noch nicht, auch finde sich nichts dazu in den Corona-Verordnungen. "Das letzte Jahr war für uns geprägt von Informationschaos, praxisfernen Regelungen und wiederholten Ungleichbehandlungen gegenüber ähnlichen Branchen", kritisierte Puttner. "Niemand redet wirklich mit uns." Die Szene brauche "Planungssicherheit und Perspektiven".

Quelle: Agenturen