APA - Austria Presse Agentur

Spannende Mischung: styriarte-Konzert von Jordi Savall

11. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Die Pfarrkirche von Stainz hat am Samstag den angemessen prunkvollen Rahmen für ein Konzert samt ORF-Klangwolke im Rahmen der styriarte geboten. Jordi Savall dirigierte mit Musik von Fux, Vivaldi und Händel Musikstücke, wie sie auch in Marienvespern verschiedener Komponisten vorkommen. Der katalanische Spezialist für Alte Musik leitete ebenso umsichtig das styriarte Festspiel-Orchester wie den großartigen Arnold Schoenberg Chor und die Solistinnen und Solisten.

Eine Marienvesper besteht aus verschiedenen Teilen, die unter anderem Vivaldi und Händel ganz meisterlich zu ihren jeweiligen Werken dieser Gattung verarbeitet haben. Doch Savall bot eine andere Variante: Er führte drei Teile auf, und zwar das Nisi Dominus von Johann Joseph Fux, das Maganificat von Antonio Vivaldi sowie das Dixit Dominus von Georg Friedrich Händel. Eine spannende Mischung, weil alle drei Werke andere Farben und Stimmungen aufweisen.

Am Beginn stand Fux, den die styriarte in den letzten Jahren durch zahlreiche Aufführungen immer mehr dem Vergessen zu entreißen sucht. Immerhin konnte das Publikum schon in vier Opern Einblicke gewinnen, wobei "Dafne in lauro" - vor zwei Jahren mit großem Erfolg gespielt - nun auch als hörenswerter Mitschnitt auf CD erschienen ist.

Savall startete also mit "Nisi Dominius", dem vierten der fünf Psalmen in einer Marienvesper. Es handelt sich um ein a-capella-Chorstück, das für den Beginn der Fastenzeit gedacht war. Der strenge Ton dieses Werks, vom Chor hervorragend umgesetzt, erfüllte wirkungsvoll und streng abgezirkelt die Kirche.

Weicher und voller wurde durch das nun einsetzende Orchester der Klang bei Vivaldis Magnificat, allerdings dominieren hier die dunklen, düsteren Momente, feierlich, aber stets voller Distanz. Interessant und von Jordi Savall effektvoll umgesetzt wurden die dramatischen Elemente, die mitunter an die "Vier Jahreszeiten" erinnern.

Den Höhepunkt bildete Händels Dixit Dominus, eine lateinische Psalmenvertonung, die eigentlich ein prunkvolles Konzert mit Solisten, Chor und Orchester darstellt. Der Komponist verlangt allen Beteiligten einiges ab, der Chor muss ebenso virtuos agieren wie die Sängerinnen und Sänger, das Orchester samt Orgel bildet einen ungemein fein gewebten Klangteppich. Savall, der in bewährter Manier dirigierte, auslotete und Akzente setzte, ließ die Musik erstrahlen, sodass sie mit den Goldornamenten der Kirche um die Wette funkelte. Die Sopranistinnen Maria Ladurner und Miriam Kutrowatz boten glasklare Koloraturen, Sophie Rennerts Mezzo lieferte samtig-warme Töne, Daniel Johannsen (Tenor) und Thomas Stimmel (Bass) fügten sich in das ausgezeichnete Trio nahtlos ein. Das Festspiel-Orchester bewährte sich, und der Arnold Schoenberg Chor unter der Leitung von Erich Ortner war wieder einmal eine Klasse für sich.

(S E R V I C E - www.styriarte.com)

Quelle: Agenturen