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Schweizer Musikmarkt dank Streaming weiterhin im Aufwind

22. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Wenn in der Schweiz Musik gehört wird, dann meist per Streaming. 2021 hat das Segment dem Schweizer Tonträgermarkt zum stärksten Wachstum seit 1993 verholfen. Doch dem Schweizer Musikschaffen helfe das wenig, weil es beim Marktführer Spotify zu wenig sichtbar ist, argumentiert der Branchenverband IFPI.

2021 wurden im Schweizer Tonträgermarkt insgesamt 215,3 Millionen Franken (rund 207 Mio. Euro) Umsatz erwirtschaftet. Das entspricht mit einem Plus von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr dem stärksten Wachstum seit fast 30 Jahren, wie IFPI am Dienstag mitteilte. Noch eindrucksvoller ist das Wachstum seit 2016, als sich der Schweizer Musikmarkt nach jahrelangem Niedergang wieder zu erholen begann: In diesen fünf Jahren legten die Umsätze um nahezu 50 Prozent gegenüber 2015 zu.

Allerdings entwickeln sich die Umsätze sehr ungleich. Unangefochtener Umsatztreiber ist das Audio- und Videostreaming. Dieser Bereich wuchs um fast ein Fünftel und machte im vergangenen Jahr 82 Prozent des Gesamtmarktes aus. Verstärkt wurde dieses Wachstum, weil erstmals die Umsätze aus Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram in die Statistik eingeflossen sind.

Vor diesem Hintergrund kritisiert IFPI-Geschäftsführer Lorenz Haas den Streamingmarktführer Spotify. Der Schweizer Markt erfahre "eine stiefmütterliche Behandlung", weil "kaum Ressourcen für die Kuratierung hiesiger Angebote bereitgestellt" würden. Auf lange Sicht verhindere dies eine Weiterentwicklung des Schweizer Musikschaffens. "Wir fordern deshalb, dass Spotify die Schweizer Musikschaffenden auf der Plattform besser sichtbar macht und das Angebot integriert", wird Haas in der Mitteilung zitiert.

Gegenüber dem nunmehr seit Jahren andauernden Wachstum des Streamingmarktes sah es 2021 bei den Verkäufen von CDs oder bei Downloads einmal mehr nicht besonders gut aus. Zwar wurden erneut mehr Vinyl-Langspielplatten (+18 Prozent) verkauft, womit dieses Segment den höchsten Umsatz seit 1991 verzeichnete. Doch Vinyl macht gerade einmal 2,5 Prozent des Gesamtmarktes aus. Die Umsätze mit sogenannt physischen Tonträgern (CDs sowie Vinyl-Langspielplatten) insgesamt sind um zehn Prozent zurück gegangen; am Gesamtmarkt halten sie noch zwölf Prozent. Das Geschäft mit Downloads ist um 27 Prozent geschrumpft und hält am Gesamtmarkt einen Anteil von noch sechs Prozent.

(S E R V I C E - www.ifpi.ch)

Quelle: Agenturen