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Schlagersänger Al Bano mit Friedensappell an Putin

01. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Der italienische Schlagersänger Al Bano Carrisi, der wegen seinen guten Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die schwarze Liste der Ukraine aufgenommen worden war, hat einen Appell für den Frieden geäußert. So rief er in einem Interview Putin auf, "diesen Wahnsinn zu stoppen".

"Lieber Putin, ich weiß, dass Sie sich sehr für Aktionen einsetzen, die nur Drama und Zerstörung säen, und ich verstehe auch, dass Sie nicht die Absicht haben, diesem großen Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Aber ich halte es für meine Pflicht, Ihnen etwas zu sagen. Sie, der 'große' Putin, der Staatschef, sind auch Vater. Halten Sie einen Moment inne, nur einen Moment, und denken Sie an die, die sehen, wie Bomben auf sie fallen, und die aus ihren Häusern fliehen müssen", schrieb der Sänger im Interview mit der Zeitschrift "Medit-Magazine".

"Denken Sie an die Kinder, die ein Recht auf Leben haben und stattdessen gezwungen sind, den Tod zu erfahren. Denken Sie, wenn Sie können, einen Moment lang über diese dramatische Wahrheit nach. Denken Sie an die Zehn Gebote, von denen das fünfte lautet: 'Du sollst nicht töten.' Stoppen Sie diesen grausamen Wahnsinn, der vor Ihnen bereits von Hitler, Mussolini und vielen anderen begangen worden ist", so der 79-jährige Sänger.

Al Bano betonte, dass er fünfmal für Putin gesungen habe. "Wir haben uns in Verona gesehen, wir waren zusammen in Budapest, es gab Umarmungen, aber von Freundschaft zu sprechen, ist zu viel", betonte der Sänger, der in seinem Anwesen in der süditalienischen Region Apulien auch eine ukrainische Mutter mit ihren beiden Kindern aufgenommen hat.

Der Sänger war 2019 vom ukrainischen Kulturministerium auf eine schwarze Liste von Personen gesetzt worden, die für die nationale Sicherheit eine Gefährdung darstellen. Die Liste wurde vom Kulturministerium in Kiew aufgrund von Informationen des nationalen Verteidigungs- und Sicherheitsrates sowie der Geheimdienste verfasst. Al Bano, der mit seiner Ex-Frau Romina Power in der Ex-Sowjetunion in den 80er-Jahren besonders beliebt war, hatte vor Ausbruch des Ukraine-Konflikts in Interviews öfters seine Bewunderung für Putin ausgedrückt. Im November 2017 war der Süditaliener bei einer Feierlichkeit anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Geheimdienstes KGB aufgetreten. Al Bano kennt Putin seit 1986, als dieser noch beim KGB war.

Quelle: Agenturen